McDonald’s will ins Ybbstal: Diskussionen in Waidhofen/Ybbs
Derzeit recht ödes Areal am Gelände der ehemaligen Molkerei Waidhofen/Ybbs hätte auch gleich die richtige Widmung.
In der wegen nahender Gemeinderatswahlen sehr diskussionsfreudigen Statutarstadt Waidhofen/Ybbs wird über die Ansiedelung einer ersten McDonald’s-Filiale im inneren Ybbstal emsig debattiert. Sogar eine Internet-Petition gegen die Ansiedelung hat sich formiert. Und durch Waidhofen weht ein Hauch von geopolitischer Wichtigkeit rund um den US-Franchise-Riesen.
Es sind bekannte Gründe, wie der Schutz der Gesundheit der Kinder, Müllverschmutzung oder ungeliebte Konkurrenz für die regionale Gastronomie, die Sebastian Eder mit seiner Onlinepetition „Gib McDonald’s ’nen Korb“ auf der Plattform mein#aufstehn gegen McDonald’s ins Gefecht wirft. Knapp unter 370 Menschen haben sich bis zum gestrigen Sonntag solidarisch erklärt und unterschrieben.
Aber in Internet-Foren hatte sich auch schon vor etlichen Jahren eine Gruppe mit dem Titel "Wir wollen einen McDonald’s in Waidhofen/Ybbs“ gegründet. Und in der aktuellen intensiven Diskussion bekommt der mögliche Fast-Food-Zuwanderer auch sehr viel Zuspruch.
Viele Befürworter
Die Jugend müsste dann nicht mehr den weiten Weg zum nächsten "Maci“ nach Greinsfurth zurücklegen, wird argumentiert. Aber auch Senioren melden sich. Ein neuer Treffpunkt mit konsequenten Öffnungszeiten sei willkommen, heißt es.
In den vergangenen Jahren stand der mögliche Zuzug immer wieder am Tapet. Nun dürfte die Ybbstalstadt nach Melk, wo McDonald’s im Dezember eröffnete, als nächste Mostviertelstadt erobert werden. Davor wurden etwa Purgstall und St. Valentin „missioniert“.
Verhandlungen
Wilhelm Baldia, Sprecher von McDonalds Österreich, bestätigt jedenfalls konkrete Verhandlungen. Man stehe mit regionalen Partnern und mit den Behörden in Gesprächen und könne noch nichts zu einem konkreten Zeitplan sagen, erklärte Baldia auf Anfrage.
Fix ist das vorgesehene Gelände für den Bau eines typischen Restaurantbaus mit Zufahrt für das McDrive-Service und mit Parkplätzen. Eine Freifläche am Gelände der früheren Molkerei Waidhofen direkt neben dem Fernheizwerk ist dafür vorgesehen.
Das Areal liegt außerhalb der Innenstadt und in Bahnhofsnähe, es ist direkt von der B121 erreichbar. Unmittelbare Konkurrenz zur ohnehin andauernd unter Druck stehenden Innenstadtgastronomie bestünde damit keine.
Baustadtrat ist dafür
Der als kritischer Geist bekannte Waidhofener Baustadtrat Martin Dowalil (Liste FUFU) sieht die Lage pragmatisch. "Das Grundstück hat die für McDonald’s nötige Widmung“, damit habe die Stadtpolitik keine Handhabe mehr, ob sich die Fast-Food-Kette ansiedeln darf oder nicht. Einzig die Gewerbebehörde könnte ihr mit Auflagen den Appetit noch verderben. Dowalil selbst sieht die mögliche Ansiedelung nicht negativ. Bei sinkender Bevölkerungszahl sehe er einen McDonald’s eben als zusätzlichen "bunten Mosaikstein“ für die Stadt.
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