Die Theresianische Militärakademie putzt sich heraus

Die Theresianische Militärakademie putzt sich heraus
Die militärische Kaderschmiede ist geschichtsträchtiger Schauplatz der niederösterreichischen Landesausstellung.

In den Gemäuern residierten die Habsburger, niemand geringerer als Kaiser Friedrich III. kommandierte von hier aus sein Gefolge. Nur noch sechs Tage, dann öffnen sich die Tore zu einem der geschichtsträchtigsten Häuser des Landes. Die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt ist einer der zentralen Schauplätze der Niederösterreichischen Landesausstellung 2019 mit dem Titel „Welt in Bewegung“.

Wo 1751 Kaiserin Maria Theresia ihrem Feldmarschall Leopold Graf Daun den Auftrag gab, aus den jungen Soldaten in der Akademie „tüchtige Offiziere und rechtschaffene Männer daraus zu machen“, kann man in den kommenden Monaten Zeitgeschichte hautnah erleben.

Und zwar mehr als die Geschichte des Bundesheeres und der Akademie. „Wir wollen nicht nur unsere Tradition mit der Bevölkerung teilen. Die Burg hat in ihrer langen Geschichte unglaubliche Schicksale erlebt. Kaiser Maximilian I. ist hier geboren und auch begraben“, schildert der Kommandant der Theresianischen Militärakademie, Generalmajor Karl Pronhagl. Die Grabstätte gilt sogar als eines der sieben Wunder Wiener Neustadts – in Anlehnung an die Weltwunder. Weil die St.-Georgskathedrale über dem Westtor auf Säulen errichtet wurde, schweben die sterblichen Überreste im Grabmal des Kaisers gleichsam zwischen „Himmel und Erde“.

300.000 Besucher

Die Theresianische Militärakademie putzt sich heraus

Weit weltlicher verliefen die monatelangen Vorbereitungen auf die Landesausstellung. Die bis zu 300.000 erwarteten Besucher können nicht einfach nach Belieben in einer militärischen Einrichtung mit hoher Sicherheitsstufe ein- und ausgehen. Ohne Ticket und gebuchten Termin für eine der Gruppenführungen gewähren die bewaffneten Soldaten keinen Einlass. Schließlich muss der Ausbildungsbetrieb während der gesamten Ausstellungszeit aufrechterhalten werden.

Die Zeiten des Sparens beim Heer sind auch an der Militärakademie vorbei. „Zum Glück“, hakt Pronhagl nach. „Wir wachsen wieder. Ab September werden wieder 100, statt bisher 25 Offiziersanwärter an der Fachhochschule aufgenommen“, sagt der Kommandant. Sicherheit hat in der Regierung wieder einen hohen Stellenwert erlangt.

Als Beitrag der Republik Österreich zur Stabilisierung der Lage in Bosnien-Herzegowina werden heuer auch bosnische Offiziersanwärter zusammen mit den Einheimischen an der Akademie ausgebildet. Einziger Wermutstropfen ist noch die geringe Anzahl an Frauen, die sich den sechssemestrigen Bachelor-Studiengang „Militärische Führung“ zutrauen.

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Eventuell kann hier die breitenwirksame Landesausstellung ein wenig nachhelfen, meint Pronhagl. Damit der Studienbetrieb an der Akademie trotz des Besucheransturms ohne Störung weiterläuft, hat man ein Konzept ausgearbeitet. 50 Personen, Soldaten, Historiker, pensionierte Offiziere etc., wurden entsprechend ausgebildet, um die Führungen für die Landesausstellung 2019 abzuhalten.

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