Gruppe "legal biken" kündigte weitere Kundgebungen gegen das weit verbreitete Fahrverbot für Mountainbiker auf Forststraßen an

© KURIER/Wolfgang Atzenhofer

Protest
09/09/2014

Die Rebellion der Mountainbiker: "Forststraßen freigeben"

50 Aktivisten trugen und schoben ihre Bikes auf für die Radfahrer gesperrter Bergstraße auf den Muckenkogel.

von Wolfgang Atzenhofer

"Wir wollen endlich heraus aus der Illegalität und das Ende dieser absurden Situation." Diese Forderung war gestern oft unter 50 Mountainbikern zu vernehmen. Aus Frust und Protest schoben und trugen sie gestern ihre Bikes auf einer für Radfahrer verbotenen Forststraße den Muckenkogel bei Lilienfeld hinauf. Genau vor einem Jahr waren hier vier Biker, die zu einer Almmesse radelten, vom Jagdpächter des Stiftes Lilienfeld wegen Besitzstörung und auf Unterlassung geklagt worden. Gestern wurden demonstrativ Räder über Gatter gehoben und ein Transparent enthüllt.

"Ganz Lilienfeld ist umgeben von Bergen, nur für uns Mountainbiker sind sie tabu", beklagen Nina Sturmlechner und Simon Tischhart, die beide im Vorjahr geklagt worden waren. Das Verfahren endete zwar mit einem Vergleich, auf den Anwaltskosten von 900 Euro sitzen die beiden aber trotzdem noch. "Es ist nicht einzusehen, dass Wanderer, Läufer oder Skitourengeher die Forstwege nutzen dürfen, Rad- oder Rollstuhlfahrern das aber verboten wird", verkündete Dietmar Gruber bei der gestrigen "Trutzaktion".

Unterstützung

Gruber ist Sprecher der Initiative "Legal biken", die schon von 24.000 Mountainbikern unterstützt wird. Während das Befahren der Forststraßen in Ländern rund um Österreich kein Problem ist, darf hier auf nur rund zehn Prozent der Forststraßen geradelt werden. "Als das heute noch gültige Forstgesetz 1975 beschlossen wurde, gab es noch keine Bergräder", argumentierte Anwältin Birgit Noha gestern.

In einem Brief an Landwirtschaftminister Andrä Rupprechter wurde nun die Änderung dieses Gesetzes und die generelle Freigabe von Forststraßen für Radfahrer gefordert. Um Grundbesitzer nicht ins Haftungsdilemma zu treiben, soll das Befahren auf eigenes Risiko fix sein. 2016 soll mit 150.000 Unterschriften eine parlamentarische Initiative zum Thema eingebracht werden. Schon früher wird sich der NÖ Landtag damit beschäftigen. Dort geht am 25. September auf Antrag der SPÖ eine Aktuelle Stunde zum Biken im Wald über die Bühne.

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