Erwin Pröll und Stephan Pernkopf gratulierten Hermann Schultes und BB-Managerin Klaudia Tanner

© /LK NOE/Eva Posch

Wahl
03/01/2015

Die Kammer ist schwarz-blau

Bauernbund mit 83,72 %, Freiheitliche legen stark zu, SPÖ fliegt aus Bauernparlament.

von Matthias Hofer

Hermann Schultes musste sich in den vergangenen Wochen viel anhören. Dass er das geplante Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA (TTIP) nicht kategorisch abgelehnt hat, wurde dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer oft vorgehalten. So auch bei der gestrigen Kammerwahl in NÖ: Insider berichten, dass auf einigen Stimmzetteln der handschriftliche Vermerk "TTIP" zu lesen war.

Schultes’ Bauernbund erreichte gestern landesweit 83,72 Prozent – und fiel damit unter das Ergebnis von 2010, wo man bei über 90 Prozent hielt. Im Kammerparlament wird der Bauernbund 30 (statt bisher 32) Mandate stellen.

Verlierer

Die großen Verlierer des Wahlabends waren aber die SPÖ-Bauern. Sie verfehlten mit 4,81 Prozent die für den Einzug ins Bauernparlament notwendige 5-Prozent-Hürde und müssen ihre vier Sitze räumen. "Wir konnten unsere Mitglieder offensichtlich nicht zur Wahl bewegen", kommentierte Noch-Kammerrat Franz Dersch zerknirscht. Auch die Grünen blieben bei ihrem ersten Antreten mit 2,54 Prozent unter der Hürde.

Über einen Höhenflug jubelt dagegen die Freiheitliche Bauernschaft. Ihr Deal, gemeinsam mit den Unabhängigen Bauern als Wahlplattform anzutreten, hat sich ausgezahlt: 8,93 Prozent und 6 Mandate lautet die Bilanz. "Das deutliche Ergebnis überrascht uns", gab Spitzenkandidat Peter Schmiedlechner im KURIER-Gespräch zu. "Jetzt werden wir unsere Oppositionsrolle aber umso stärker wahrnehmen können. Die SPÖ-Bauern haben das ja bisher verabsäumt."

Hermann Schultes sieht als Bauernbund-Spitzenkandidat im Wahlergebnis "einen starken Auftrag für die nächste Zeit", die FPÖ lade er zur konstruktiven Mitarbeit ein.

Agrarlandesrat Stephan Pernkopf verwies auf den Nachbarn OÖ, wo der Bauernbund als stärkste Kraft 66 Prozent erreicht hatte.

Die Wahlbeteiligung sank mit 59 Prozent gegenüber 2010 (65 Prozent).

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