Karl Auer kritisiert das Wienerwaldbad in Purkersdorf. Er hat einem Buben das Leben gerettet, die Bademeister hätten "wirr" und "planlos" agiert.

© Julia Schrenk

Unfall
08/03/2013

Vorwurf: Bademeister hätten zu spät reagiert

Karl Auer rettete einem sechs Jahre alten Buben, der reglos im Pool des Freibades trieb, das Leben.

von Johannes Weichhart, Julia Schrenk

Donnerstag 16 Uhr. Karl Auer geht mit seiner Tochter Carolina ins Purkersdorfer Freibad. Als die beiden ins Wasser gehen, sehen sie ein Kind reglos im Wasser treiben. „Der Bub hat sich nicht bewegt. Am Anfang dachte ich mir noch: Was macht der?Taucht der? Spielt der toter Mann?“, erzählt der 44-jährige Auer. Schnell war ihm klar, dass das Kind nicht taucht. „Ich habe den Buben aus dem Wasser gehoben und zum Beckenrand gelegt“, sagt Auer. Zu diesem Zeitpunkt hat der sechsjährige Bub nicht geatmet. Auer hat um Hilfe geschrien, erzählt er. Ein Frau sei ihm zu Hilfe geeilt und habe begonnen, den Buben zu reanimieren. Der Bub habe danach erbrochen, das Bewusstsein kurzzeitig wieder erlangt, und anschließend wieder verloren.

Vorwurf

Doch die Bademeister haben laut Auer zu spät reagiert. „Erst nach knapp drei Minuten haben die Bademeister bemerkt, was los ist“, schildert Auer. Sie waren völlig planlos. Es war eine Katastrophe“, sagt Auer. Keiner der Bademeister habe den Schwimmbereich beobachtet.

Der sechsjährige Bub wurde mit dem Notarzthubschrauber ins SMZ Ost nach Wien geflogen. Laut Wiener Krankenanstaltenverbund konnte der Sechsjährige am Freitag bereits von der Intensivstation auf die Kinderambulanz verlegt werden. Sein Zustand ist stabil.

Der 44-jährige Karl Auer hat nun einen Brief an die Gemeinde geschickt, in dem er die Bademeister stark kritisiert. Werner Prochaska, Geschäftsführer der Kommunalfirma WIPUR und zuständig für das Wienerwaldbad, weist Auers Kritik zurück. „Eines muss schon klar sein. Der Bub ist unerlaubterweise vom Beckenrand ins Wasser gesprungen und hat sich dabei den Kopf gestoßen“, sagt Prochaska. „Wir danken den Personen, die mitgeholfen haben, aber die Bademeister können nicht überall gleichzeitig sein“, sagt Prochaska. Sie hätten ihren Job gemacht und seien auch entsprechend ausgebildet. „Die Rettungskette hat funktioniert, ich lasse mich hier nicht anschwärzen“, wehrt sich der Chef des Freibades. „Und eine lückenlose Badeaufsicht, die gibt es nicht.“

"Familienglück gerettet"

Die Familie ist indessen froh, dass alles glimplich ausgegangen ist. „Wir wissen gar nicht, wie wir uns bedanken sollen“, sagt der Vater des kleinen Buben, Martin L. „Die beiden Helfer haben unserem Sohn das Leben und unser Familienglück gerettet. Es ist großartig, dass es solche Menschen gibt“, sagt L. Er ist überwältigt und möchte sich gerne persönlich bei den Helfern bedanken.

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