Der Ritt auf der perfekten Donauwelle in Niederösterreich
Wer viel trainiert, schaftt es auch hoch hinaus.
Von Fatma Cayirci
Bei Sportarten wie Surfen und Wasserskifahren denkt man sofort an Urlaub: das tosende Meer, hohe Wellen und kilometerlange Sandstrände. Aber man muss gar nicht weit reisen, um die perfekte Welle zu finden; Wasserskifahren und Wakeboarden lassen sich nämlich auch auf heimischen Gewässern vortrefflich betreiben.
Der Niederösterreichische Wasserski- und Wakeboardverband (NÖWWV) zählt aktuell rund 1.000 begeisterte Sportlerinnen und Sportler. Und laut Wolfram Kittl, dem Obmann des NÖWWV, boomen Wassersportarten, vor allem das Wakeboarden. Insgesamt 17 Vereine bieten diese Sportarten an, neben der Donau auch auf Seen wie dem Langauersee im Waldviertel (Bezirk Horn).
„Wir sind in Niederösterreich und Österreich sehr gut aufgestellt. Wir brauchen uns nicht zu verstecken, sondern können stolz auf uns sein“, ist er mit den Erfolgen zufrieden.
„Das brauchen wir“
Ein Verein, der den Wassersport längst für sich entdeckt hat, ist der WSC Marbach (Bezirk Melk). Der in den 1970er-Jahren gegründete Verein widmete sich lange Zeit ausschließlich dem Segelsport. 2001 wurde das Angebot um die Sektion Wasserski und Wakeboarden (WSC Wakesharks) erweitert. Seither werden dort Flips und Saltos auf der Donau vollführt.
Der Sport begeistert Jung und Alt
Roland Loidhold, Helmut Nagl und Richard Bayerl haben die Sportarten maßgeblich vorangetrieben. „Wir haben das bei Privatpersonen gesehen. Uns war klar, dass wir das auch bei uns brauchen. So hat es seinen Lauf genommen“, erzählt Nagl.
Heute hat der Club rund 75 Mitglieder, die von April bis spätestens Ende Oktober das gemütliche Klubhaus entlang der Donaulände als Treffpunkt und Ausgangspunkt für ihre sportlichen Aktivitäten nutzen.
Meister auf der Donau
Die Begeisterung für den Wassersport ist im Nibelungengau ungebrochen. Seit 2004 ist der WSC Wakesharks Gastgeber einer Station des „Austrian Wakeboard Cup“ und richtet seither jährlich einen Teil der Staatsmeisterschaften aus.
An den Veranstaltungswochenenden verwandelt sich das Donauufer in einen Treffpunkt der Szene, wo rund 1.500 Wassersportbegeisterte nach Marbach reisen, um die Bewerbe mitzuverfolgen. Die Athletinnen und Athleten treten dabei in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen an. Neben den Bewerben für Kinder bis 14 Jahre und den Junioren bis 18 Jahre gibt es die Open-Klasse, in der unabhängig vom Alter gestartet werden kann. Ergänzt wird das Teilnehmerfeld durch die Masters-Klasse ab 30 Jahren, die Veterans ab 40 Jahren sowie die Seniors ab 50 Jahren.
Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass die Sportlerinnen und Sportler so spektakulär durch die Luft wirbeln können? Dafür wird die Heckwelle eines speziellen Wasserskibootes genutzt. Diese dient als natürliche Rampe, um Sprünge und Tricks auszuführen – ein wesentliches Merkmal der Sportart und auch Teil der Leistungsanforderungen bei Wettbewerben.
Den Reiz von Wasserski oder Wakeboarden macht aber wohl auch das Lebensgefühl aus, das damit verbunden ist. Dabei wurde der Sport gar nicht am Meer erfunden, sondern am Lake Pepin, einem Stausee in Amerika. Ralph Samuelson war 1922 der Erste, der auf einfachen Holzbrettern über das Wasser fuhr. Erst in den 1950er-Jahren kam dann das Wakeboard auf, das zunächst nicht mehr war als ein einzelner Wasserski.
Bis diese Sportarten ihren Weg nach Österreich fanden, sollte es nicht allzu lange dauern. Kärnten war hier Vorreiter, die anderen Bundesländer kamen dann nach und nach auf den Geschmack. Schon 1935 konnte man sich auf Wasserski über den Wörthersee ziehen lassen. Das Wakeboarden wurde in den 1990er-Jahren zum Trend, als Herb O’Brien, ebenfalls Amerikaner, das leichte „Hyperlite“-Board entwickelte.
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