Könner ihres Faches: Konditor Heribert Reschinsky  (o.l.) mit Maler Josef Bramer, dessen Werke unverkennbar und beeindruckend sind.

© KURIER/Wolfgang Atzenhofer

Mostviertel
06/14/2015

Der Meister aus dem "Ötscher:Reich"

Maler "Joschi" Bramer sucht in Scheibbser Traditionskonditorei Reschinsky Ausgleich und Inspiration.

von Wolfgang Atzenhofer

"Wenn ich die Wohnung in Wien aufgebe, zieht es mich sicher ganz hierher zurück." Als gebürtiger Wiener hat der Maler Josef Bramer zur Kleinstadt Scheibbs und dem dahinter liegenden Ötscherland ein unzertrennliche Bindung. Hier verbrachte er Kindheit und Jugend und erlernte vor der Wende zur Malerei den Beruf des Eisenhändlers.

Heute holt er sich bei Ausfahrten mit den Moped Ideen und Eindrücke für seine Natur-Bilder und verbringt die freien Tage in seinem Scheibbser Domizil. Gerne trifft er Freunde in beliebten Gaststätten, wie der Traditions-Konditorei Reschinsky in der Scheibbser Altstadt. Der aromatische Kaffee, so manche leckere Mehlspeise, auch ein Sekt-Orange oder ein Paar knackige Würstel stärken Leib und Seele des anerkannten Meisters.

Weithin für Lebkuchen und Schaumrollen bekannt, ist Reschinsky eine Institution, in der sich gerne Institutionen treffen. Für "Joschi" Bramer, wie er hier genannt wird ("den Titel Professor vergessen’s bitte") ist das gediegene Kaffeehaus ein Hort der Entspannung und der Erinnerung. Etliche Episoden ließen sich erzählen. Über eine erinnern sich Bramer und Konditor Heribert Reschinsky besonders gerne. Bramer hatte sich hier in jüngeren Jahren mit seinen Studienkollegen aus der Akademie der bildenden Künste, Manfred Deix und Gottfried Hellwein getroffen. Gemeinsam machte man mit Mopeds die Gegend unsicher. Beim Reschinsky wurde in geselliger Runde der Zeichenstift gezückt. Die drei Schüler der Meisterklasse von Rudolf Hausner karrikierten sich gegenseitig. "Die Zeichnungen im Gästebuch halte ich immer in Ehren", ist der Konditormeister auf die Exponate stolz. Über die Studienzeit verrät Bramer: "Wir hatten viel Spaß." Vierter im Bunde der heute berühmten Klassenkameraden war Roncalli-Direktor Bernhard Paul.

Markenzeichen

Bramer hat die jüngere Stadtgeschichte mitgestaltet. Mit seinen berühmten Kasper-Motiven schuf der 67-Jährige, der sich Maler und nicht Künstler nennt, ein Markenzeichen – für sein Schaffen, aber auch für die Stadt.

Mit seiner poetisch-realistischen Malweise, immer mit hintergründigen, kritischen Botschaften, erarbeitete er sich mit feinsten Pinselstrichen einen Platz in Österreichs Kunstwelt.

Nach seinem Urlaub im geliebten Korfu will der Meistermaler und Träger des Goldenen NÖ-Ehrenzeichens der Stadt ein neues Präsent bescheren. Als ideale Ergänzung zur gerade in der Region laufenden Landesausstellung "Ötscher:Reich" wird Bramer mit Landeshauptmann Erwin Pröll am 30. Juni im Scheibbser Rathaus ein großflächiges zwölfteiliges Tafelbild unter dem Titel "Jahr" vorstellen und bis in den Herbst ausstellen. Später soll das bislang größte Bramer-Exponat ein Hit im geplanten NÖ-Museum in Krems werden.

Stolz präsentiert Heribert Reschinsky ein Bramer-Gemälde, eine Studie aus den Ötscher-Tormäuern, im Extrazimmer des Cafe’s. Auch der Konditor würdigt die Landesschau in seinem süßen Repertoire: Ötscher- und Töpper-Torte, ein fruchtiges Dirndlstangerl und mit Dirndlfrucht gefüllte Lebkuchentaschen sind seine Extragaben ans "Ötscher:Reich".

Süßes seit 1888

Tradition: Die Familie Reschinsky führt die Konditorei seit 1888 in der vierten Generation. Derzeit werden 60 Mitarbeiter beschäftigt.

Angebot: Reschinsky-Mehlspeisen, vor allem Schaumrollen und Lebkuchen sind auf Kirtagen und Messen weithin bekannt.

Geöffnet: Täglich von 7 bis 19 Uhr.

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