Chronik | Niederösterreich
29.06.2018

Der fast vergessene Komponist aus dem Mostviertel

Benedict Randhartinger zählt im Vormärz zu den bekanntesten Komponisten Wiens. Eine Gesellschaft erhält sein Erbe.

Benedict Randhartinger zählt im Vormärz zu den bekanntesten Komponisten Wiens. 1802 wird er in Ruprechtshofen im Bezirk Melk geboren. Er ist ein Ausnahmetalent. Mit zehn Jahren kommt er als k.und k. Hofsängerknabe nach Wien. Er wird später ein erfolgreicher Sänger und Komponist. Unter Kaiserin Sissi und Kaiser Franz Joseph ist er Hofkapellmeister. Er komponiert zwei Opern, 800 Lieder für Singstimme sowie Klavier und tausend Werke für Orchester, kammermusikalische Besetzungen und einzelne Instrumente.

In memoriam

Die Bandbreite seiner Liedtexte ist groß, sie reicht von volkstümlichen Texten in Anlehnung an Nepomuk Vogl bis zu Grillparzer und Goethe. 1893 stirbt der Komponist in Wien.

Zu seinen Ehren wird 1998 die Benedict Randhartinger Gesellschaft in seinem Geburtsort Ruprechtshofen gegründet. Die Leitung hat ehrenamtlich das Ehepaar Adi Gertraud und Franz Trimmel über. Ziel ist, das kulturelle musikalische Erbe Randhartingers zu bewahren und der Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Mehrmals im Jahr organisiert die Vereinigung Veranstaltungen. Es sind Kammermusikkonzerte, Liederabende, aber auch wissenschaftliche Tagungen und Vorträge. Als Nächstes steht am 7. Juli ein Liederabend am Programm. Michael Wagner spielt am Bariton, Andrea Linsbauer am Klavier. Sie spielen auch Lieder von Schubert. Schubert und Randhartinger kannten einander persönlich, darüber, wie nahe sie sich standen, gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Vor der Vorstellung kann auch das Museum besucht werden, das im Gemeindeamt von Ruprechtshofen untergebracht ist. Der Besucher bekommt anhand von Originalhandschriften, Erinnerungsgegenständen und Gemälden einen Einblick in das Leben, Werk und Umfeld des Künstlers.