Der Aufstieg der Rax: Seilbahn brachte Aufschwung in der Region
Die vielen historischen Villen und Residenzen sind stille Zeugen dafür, dass es die Hautevolee in Scharen nach Reichenau gezogen hat. Um sich von seinem anstrengenden Alltag als Arzt zu erholen, hat es Sigmund Freud geliebt, das Ottohaus auf der Rax in Bergschuhen zu erklimmen. Heute hat man es wesentlich leichter.
Mit dem Bau der Raxseilbahn vor genau 100 Jahren begann der touristische Aufschwung in der Region. Heute fahren fast 200.000 Gäste pro Jahr gemütlich mit der ersten Personen-Seilschwebebahn Österreichs auf die 2.007 Meter hohe Rax.
Die Bahn bescherte der Sommerfrische und dem Alpintourismus einen Höhenflug und brachte bedeutende Künstler wie Oskar Kokoschka oder Gustav Klimt in eine sonst eher ruhige und beschauliche Gegend.
Der Bau der Seilbahn galt als technische Pionierleistung. Trotz des schwierigen Terrains dauerten die Arbeiten nur ein Jahr.
Seil- statt Zahnradbahn
Historisch gesehen hat die Region der Erschließung der Rax und dem Bau einer technischen Aufstiegshilfe viel zu verdanken. Ursprünglich gab es bereits 1913 die Idee, eine Zahnradbahn vom Preiner Gscheid bis hinauf zum Karl-Ludwig-Haus auf der Rax zu errichten. Der Plan wurde aber verworfen und wenig später Maschinenbauingenieur Walter Conrad vom Eisenbahnministerium die Bewilligung erteilt, technische Vorarbeiten für den Bau einer Seilbahn von Hirschwang auf das Raxplateau durchzuführen. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges brachte das Projekt jedoch vorerst zum Scheitern.
1924 wurde die Idee wieder aufgenommen und nur zwei Jahre später – am 9. Juni 1926 – die erste Personen-Seilbahn der Republik in Betrieb genommen. "Für uns ist sie nicht nur eine Seilbahn, sondern die treibende Kraft und das verbindende Element, das unsere Region lebendig hält“, meint Betreiber Bernd Scharfegger vom Raxalpen Resort.
Zum 100-jährigen Bestehen im heurigen Jahr haben sich Scharfegger und sein Team einige Highlights einfallen lassen – von familienfreundlichen Events wie der Winter-Challenge bis hin zu historischen Ausstellungen. Zum besonderen Jubiläum gibt es auch ein neues Kombiticket für Rax- und Höllentalbahn, die 2026 ebenfalls ihr 100-jähriges Bestehen feiert.
Der Bau der Seilbahn galt als technische Pionierleistung. Trotz des schwierigen Terrains dauerten die Arbeiten nur ein Jahr.
Wandern mit Schneeschuhen
In weniger als acht Minuten überwindet die Seilbahn mehr als 1.000 Höhenmeter und bringt die Besucher zur Bergstation. Das gesteigerte Freizeitbedürfnis der Menschen bekommt man auch hier deutlich zu spüren.
Seit der Coronazeit sind Bergerlebnisse und besonders Wandern und Klettern voll im Trend. Durch die zentrale Lage im Dreieck Wien, Graz und Bratislava gelten die Rax und der benachbarte Schneeberg als die am stärksten frequentierten Ausflugsberge Ostösterreichs.
Im aktuellen Winter steht das Schneeschuhwandern hoch im Kurs. "Wir haben uns mittlerweile als der Schneeschuhwanderberg im Osten etabliert. Besonders Familien schätzen diese kostengünstige und einfach zu erlernende Sportart, die den heutigen Zeitgeist trifft“, sagt Scharfegger. Wem die Ausrüstung fehlt, wird beim Verleih im Rax-Berggasthof fündig. Das Wandern mit Schneeschuhen ist laut Betreiber weit weniger anstrengend als man glaubt. Auf hartem Schnee habe man sicheren Halt und im Tiefschnee sinkt man weniger ein.
Fine-Dining
Wer eine Schneeschuhwanderung mit den Genüssen von Fine-Dining verbinden möchte, der muss sich den 6. und 7. März rot im Kalender anstreichen. An diesen Tagen steigt die Neuauflage des bereits kultigen Events "Haubenkoch trifft Hüttenwirt“.
Peter Pichler vom Gourmetrestaurant Gaumenkitzel im Naturhotel Molzbachhof und Raxalm-Wirt Bernd Scharfegger kochen nach einer geführten Wanderung ein 6-Gang-Hauben-Menü auf 1.545 Meter Seehöhe.
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