Chronik | Niederösterreich
07.04.2017

Vater mit Hacke erschlagen: Staatsanwalt beantragt Einweisung

Engel soll Auftrag zur Tat gegeben haben: Gutachter hält 20-Jährigen für unzurechnungsfähig.

Den Auftrag zum Mord will der 20-Jährige von einem Engel bekommen haben, der ihn ständig begleite. Und dieser Engel habe ihm eingeflüstert, der Vater habe ihm – dem Sohn – die Seele entrissen, deshalb müsse er nun mit seiner eigenen Seele bezahlen.

Am 18. Jänner dieses Jahres erschlug Florian M. seinen 53-jährigen Vater in dessen Haus in Wölbling bei St. Pölten (NÖ) mit einer Hacke, wie man sie zum Spalten von Brennholz verwendet. Er schlug mindestens 30 Mal mit der spitzen sowie mit der flachen Seite der Axt auf den Kopf des Vaters ein. Der 20-Jährige zeigte sich voll geständig, von Reue war jedoch keine Spur. Das passt zu seinem Krankheitsbild. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat jetzt bei Gericht einen Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gestellt, der Fall wird demnächst vor Gericht verhandelt.

Gutachten

Der Antrag (der dem KURIER vorliegt) ist auf das Gutachten des Gerichtspsychiaters Werner Brosch gestützt, der Florian M. für unzurechnungsfähig hält. Der von Anwalt Ernst Schillhammer vertretene Mechaniker-Facharbeiter leidet laut dem Sachverständigen an paranoider Schizophrenie mit ausgeprägter Wahnbildung. Der zurzeit in der Landeskrankenanstalt Mauer angehaltene 20-Jährige hat akustische und optische Halluzinationen.

Am Tag der Tat kaufte Florian M. in einem Baumarkt die Spaltaxt und fuhr mit dem Taxi zu seinem Vater. Er wartete vor dem Heizraum, bis der 53-Jährige herauskam und schlug dann unvermittelt zu, bis der bei der niederösterreichischen Landesregierung beschäftigte Chef des örtlichen Kameradschaftsbundes tot war. Der Sohn alarmierte selbst die Polizei und ließ sich widerstandslos festnehmen.