© Adrian Almasan

Mödling
11/26/2019

Das vinophile Vier-Mäderl-Haus

Das Weingut Pferschy-Seper wird in vierter Generation von Frauen geführt

von Markus Foschum

Beim Heurigen Birgit Pferschy-Seper in Mödling regiert die „Weiberwirtschaft“: Denn das Traditionsweingut ist fest in weiblicher Hand. „Unser Weingut wird bereits in 4. Generation mit großem Erfolg und viel Leidenschaft von Frauenhand geführt“, erzählt Birgit Pferschy-Seper. Seit 2004 führt sie den Betrieb, der bereits seit 2003 ein zertifizierter Bio-Weinbaubetrieb ist. „An unsere Böden lassen wir nur Natur“, sagt Pferschy-Seper lachend.

Der Weinbaubetrieb wurde 1718 gegründet und gehört zu den ältesten in Mödling. Josefine Buchgraber, die Urgroßmutter von Birgit Pferschy-Seper, legte den Grundstein für die vinophile „Weiberwirtschaft“. Ihre Tochter Maria Buchgraber war zu ihrer Zeit eine sehr innovative Winzerin, erzählt Birgit Pferschy-Seper. „So investierte sie – nach dem Zweiten Weltkrieg – in eine der ersten hydraulischen Weinpressen an der Südbahn“. Tochter Margarete Pferschy (geborene Buchgraber) erweiterte den Betrieb gemeinsam mit ihrem Mann Otto wesentlich: Weingärten rund um Mödling wurden angekauft und der Weinkeller sowie das Heurigenlokal wurden ausgebaut.

Jungwinzerin

Aktuell sind sogar vier Frauen mit der Weinwirtschaft beschäftigt – denn Chefin Birgit Pferschy-Seper erhält tatkräftige Hilfe von ihren drei Töchtern Kathi, Magdalena und Anna. „Im Weingarten, bei unserem Heurigen, bei Messen und Verkostungen sind wir dankbar für die personellen Reserven unserer drei Töchter und der Familie“, sagt die Winzerin.

Anna Seper arbeitet seit dieser Ernte aktiv auf dem Weingut mit. Die 24-Jährige hat „International Wine Business“ in Krems studiert und ihr Praktikum im Napa Valley, Kalifornien, absolviert. „Daher kommt meine Vorliebe für kräftige Weißweine. In Kalifornien hat mich der selbstverständliche und gleichzeitig gut abgestimmte Einsatz von Holz bei der Weißweinproduktion fasziniert. In diese Richtung möchte ich mit unseren Weinen auch einiges ausprobieren“, berichtet die Jungwinzerin. Ihre jüngste Schwester Magdalena hat ihre gastronomische Ausbildung an der HLTW Bergheidengasse in Wien abgeschlossen und unterstützt gemeinsam mit ihrer Schwester Kathi beim Heurigen und hält den Garten des Betriebs in Schuss. Im August 2019 ist Magdalena außerdem zur Weinkönigin gekrönt worden. Seitdem regiert sie als Magdalena I. für den Weinbauverein von Mödling und Wiener Neudorf.

Weißburgunder

Der aktuelle Favorit der Winzerinnen ist die Weißburgunder Reserve 2018. „Die Rebsorte stellt hohe Ansprüche an Boden und Lage“, betont Pferschy-Seper und weist auf die guten Voraussetzungen in der Thermenregion hin, die als „geheimes Burgund Österreichs“ gilt.

Die Weißburgunder Reserve mit pikanter Säure eignet sich auch hervorragend zur längeren Lagerung. „Mindestes 10 Jahre Lagerpotenzial“ empfiehlt die Bio-Winzerin.