Chronik | Niederösterreich
13.01.2012

Das Ende aller Einbahn-Experimente

Mit Neuordnung von Einbahnen reagierte man vor vier Jahren auf die Verkehrsprobleme. Doch der Versuch ist gescheitert.

Es war einen Versuch wert – 2008 wurden im Zentrum von Perchtoldsdorf etliche Einbahnen geändert, um vor allem den Durchzugsverkehr auf andere Bahnen zu lenken. Jetzt ist dieser Verkehrsversuch nach vielen Nachbesserungen endgültig gescheitert. Die letzte der damals umgedrehten Einbahnen wird wieder zurückgesetzt.

Von der Bezirkshauptmannschaft ist für den 23. Jänner eine Verkehrsverhandlung angesetzt. Die geänderte Einbahnführung in der Ambros-Rieder-Gasse wird aufgehoben. Damit ist wieder der Status Quo von vor 2008 gegeben. „Der Versuch hat eindeutig keine Verbesserung gebracht. Die Nachteile haben die Vorteile überwogen“, sagt Bürgermeister Martin Schuster.

„Wir sind keinen Schritt weiter gekommen“, gibt Verkehrsreferent Christian Apl (Grüne) zu., „Wir können den Autoverkehr nicht durch Umleitungen beruhigen und natürlich auch nicht reduzieren. Die Straßen sind an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt.“ Eine echte Lösung ist nicht in Sicht: Ob der Appell zum Verzicht auf das Auto fruchtet, ist fraglich.

Bedrohung

Dabei liegt es oft gar nicht in den eigenen Händen. Perchtoldsdorf hat erst jüngst für ein 73.000 Quadratmeter großes Areal die Verbauung auf Ein- und Zweifamilienhäuser reduziert. Doch unweit davon, auf Wiener Gemeindegebiet, sollen auf 45.000 Quadratmeter 450 Wohnungen entstehen. Viele dieser neuen Nachbarn werden mit dem Auto aber durch Perchtoldsdorf zur Autobahn fahren und das aktuelle Verkehrsproblem weiter anheizen.

In den Gassen, die durch die Änderung 2008 zu den Verlierern zählten, keimt aber vorerst Hoffnung: „Wir warten alle gespannt, wie sich das auswirken wird“, meint Wolfgang Schwarz aus der Adam Strenninger Gasse. Dort hatte man heftig gegen das Mehr an Autos durch die Änderung protestiert.