Roboter revolutioniert OPs: Erfolg für moderne Urologie in Wiener Neustadt

10 Jahre robotische Urologie an Uniklinik Wr. Neustadt gefeiert. Höhepunkt war Live-Übertragung eines Roboter-Eingriffs.
Ein Arzt in grüner OP-Kleidung bedient ein Da Vinci-Robotersystem.

Das umliegende Gewebe wird geschont, und die Entfernung von Tumoren erfolgt weit präziser als das per Hand möglich wäre. OP-Roboter und die robotische Chirurgie haben in den vergangenen Jahren die medizinische Arbeit in den heimischen Kliniken revolutioniert.

Vor mehr als zehn Jahren wurde der Operations-Roboter „Da Vinci Xi“ im Uniklinikum Wiener Neustadt in Betrieb genommen, um Prostata-Patienten ohne die üblichen Nebenerscheinungen zu operieren bzw. zu heilen.

Große Nachfrage

Mittlerweile hat sich das damals 1,8 Millionen Euro teure Hightech-Gerät zum Alleskönner gemausert. Neben der Urologie greifen mittlerweile auch die Chirurgie, Gynäkologie und die HNO-Abteilung auf „Da Vinci“ zurück.

Vier Roboter-Arme werden über eine Konsole mittels Kameraführung gesteuert. Die Kamera ermöglicht eine kristallklare, hochauflösende 3D-Sicht. Die daraus resultierenden Vorteile sind laut der ärztlichen Leitung bedeutend – gewebeschonende Präparation, niedriger Blutverlust, rasche Rekonvaleszenz, kurzer Spitalsaufenthalt und gute funktionelle Ergebnisse.

Operation live am Bildschirm mitverfolgt

Mit einer hochkarätigen Fachveranstaltung in den Kasematten in Wiener Neustadt wurde dieser Tage das Jubiläum „10 Jahre robotische Urologie“ am Universitätsklinikum entsprechend zelebriert. Eines der Highlights der Fachtagung war die Live-Übertragung einer robotisch assistierten Nierentumor-Entfernung durch Primar Harun Fajkovic von der Uniklinik St. Pölten.

Im Beisein vieler Gäste wurde das Jubiläum „10 Jahre robotische Urologie am Universitätsklinikum Wiener Neustadt“ in den Kasematten gefeiert.

Im Beisein vieler Gäste wurde das Jubiläum „10 Jahre robotische Urologie am Universitätsklinikum Wiener Neustadt“ in den Kasematten gefeiert.

Nutznießer ist der Patient

Der Eingriff wurde als „eindrucksvoller Beleg für die Präzision und Möglichkeiten der Da Vinci-Operationsroboter-Technologie gesehen“. Für Martin Haydter, Primar der Urologie in Wiener Neustadt, hat die Robotik die Arbeit an der Klinik nachhaltig verändert. „Wir können heute deutlich schonender und gleichzeitig präziser operieren – ein klarer Vorteil für unsere Patientinnen und Patienten“, sagt Haydter, der die Fachtagung organisierte.

Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre zeige, wie wichtig Investitionen in moderne Medizin für die Region sind, betont der für die Landeskliniken zuständige Landesrat Anton Kasser (ÖVP) im Rahmen der Veranstaltung. Es gibt das klare Bestreben, roboterassistierte Eingriffe an der Klinik weiter zu forcieren und das Angebot auszubauen. Mit einem klaren Fokus auf Ausbildung und Weiterentwicklung zähle das Thema zu den wesentlichen Bestandteilen der medizinischen Zukunft am Universitätsklinikum Wiener Neustadt, meinte der Ärztliche Direktor, Ojan Assadian.

Technik revolutioniert heikle Hirn-OPs

Eine Vorreiterrolle hat das Uniklinikum im Bereich der chirurgischen Mikroskopie eingenommen. Operiert wird mit einem Exoskop, ein dreidimensionales Visualisierungssystem mit robotischer Unterstützung und hochauflösender Kamera, die jedes kleinste Detail des OP-Feldes auf einem Bildschirm sichtbar macht.

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