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Chronik Niederösterreich
03/27/2020

Covid-19: Team Österreich Tafeln versorgen Menschen in Not

Ausgabestellen setzten Sicherheitsmaßnahmen und bleiben offen. "soogut"-Sozialmärkte suchen nach Freiwilligen.

von Marlene Penz

Die Team Österreich Tafeln versorgen an einem „normalen“ Samstag rund 8.000 von Armut bedrohte Personen in Niederösterreich. Versorgungssicherheit ist gerade jetzt das Gebot der Stunde und muss auch weiterhin für jene garantiert werden, die sich den Einkauf kaum leisten können. Daher sind die meisten der 35 Ausgabestellen der Hilfsaktion von Ö3 und Rotem Kreuz im Bundesland geöffnet. „Gerade in so schwierigen Zeiten muss die Versorgung, aber auch die Sicherheit aller gewährleistet werden. Deshalb haben wir für unsere Team Österreich Tafeln Möglichkeiten ausgearbeitet, damit der Betrieb weiterlaufen kann“, betont Josef Schmoll, Präsident des Roten Kreuzes NÖ.

Anmeldung notwendig

Die Lösungen an den Ausgabestellen sind unterschiedlich: Manche mit einem kleineren Versorgungsgebiet stellen die Lebensmittel gleich zu, andere verpacken die Waren im Vorfeld und die Klientinnen und Klienten holen sich die Sackerl oder Kartons ab. Bei letzterer Version achten die Organisatoren darauf, dass nicht zu viele Personen zeitgleich zum Abholen kommen. Deshalb müssen nicht nur neue „Kunden“, sondern auch bestehende mit den zuständigen Bezirksstellen des Roten Kreuzes Kontakt aufnehmen und sich anmelden.

Die Ausgabestellen Melk, Pernitz und Purkersdorf sind derzeit geschlossen: „Wir arbeiten daran, dass sie bald wieder aktiv sind. Bei einer waren beispielsweise alle Team Österreich Mitglieder und Freiwilligen über 65 Jahre alt, sie fallen derzeit aus“, erklärt Rot-Kreuz-Sprecherin Sonja Kellner. Gefährdet seien die Tafeln nicht, im Moment wären genügend helfende Hände da. „In den letzten zwei Wochen kamen weniger Klienten zu den Ausgabestellen. Aber jetzt wird der Zulauf wieder stärker“, sagt Kellner. Hier geht es zur Liste der Ausgabestellen in Niederösterreich.

Personalmangel bei Sozialmärkten

Eine andere Art der Hilfestellung für Menschen in schwierigen finanziellen Lagen bieten die „soogut“-Märkte in NÖ. Weil viele Personen des Personals zur Covid-19-Risikogruppe zählen, mussten die Standorte St. Valentin und Waidhofen a. d. Ybbs sowie die mobilen Märkte im Mostviertel schließen. Nun wird nach Freiwilligen für die Sozialmärkte gesucht, die Dienste übernehmen können. In St. Valentin kann der „soogut“-Markt mit Hilfe der Gemeinde am 1. April wieder aufsperren.


Die anderen Märkte in in Amstetten, Heidenreichstein (Bezirk Gmünd), Mödling, St. Pölten, Stockerau (Bezirk Korneuburg), Ternitz (Bezirk Neunkirchen) und Tulln sowie die Verkaufsstelle in Horn haben zu den gewohnten Zeiten geöffnet. In allen Märkten wurden Plexiglasscheiben an der Kassa installiert, um die Kunden sowie das Personal zu schützen. Außerdem sind die Regale gut gefüllt. Nach den Hamsterkäufen in den gewöhnlichen Supermärkten habe sich dort die Lage entspannt. "Wir erhalten unsere Waren von den großen Ketten, die haben scheinbar ihre Bestellmenge erhöht und so haben auch wir an allen unseren Standorten ein sehr breites Sortiment", betont Ursula Oswald von den "soogut"-Sozialmärkten.