Mund-Nasenschutz darf bei den meisten Untersuchungen nicht abgenommen werden

© Atzenhofer Wolfgang

Bundesheer
06/03/2020

Corona-taugliche Musterung

Sicherheit geht vor. Die Stellungskommission in St. Pölten schafft wegen Hygiene- und Sicherheitsvorgaben nur Drittel der früheren Kapazität

von Wolfgang Atzenhofer

Kein Gedränge und schon gar keine Warteschlagen vor und in den Teststationen. Dauerpräsenter Desinfektionsgeruch statt dem sonst in den Stellungsstraßen unvermeidlichen Dunst schwitzender junger Männer. Und weil hier alle den Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, klingt auch so manche Anweisung im Befehlston irgendwie gefiltert. Unter völlig neuen Vorzeichen nahm die Stellungskommission des Militärkommandos Niederösterreich am Dienstag den Vollbetrieb wieder auf.

Weil Mitte März die Musterungen aufgrund der Covid-19-Situation eingestellt wurden, hat sich allein in Niederösterreich ein Rückstau von 1.800 Stellungspflichtigen gebildet. Doch wer denkt, dass das Heer nun die Rekrutierung des personellen Nachschubs mit Extra-Elan durchpeitscht, der irrt. „Statt wie früher 50 bis 60 Stellungspflichtige werden jetzt nur 20 pro Tag gemustert. Nur so sind die strengen Sicherheits- und Hygienevorschriften einzuhalten“, sagt Oberst Bernhard Pitsch, Leiter der Stellungskommission in der St. Pöltener Hesserkaserne.

Die rund 50-köpfige Belegschaft der Stellungskommission ist unter ihren Kapazitätsgrenzen beschäftigt. Aufgrund von Covid-19 ist dafür eine Flut an neuen Vorschriften und Abläufen einzuhalten. Genügend Abstand muss jederzeit zwischen den einberufenen Burschen herrschen. In der Stellungsstraße ist das ununterbrochene Tragen des Mund-Nasen-Schutzes und die Nutzung der installierten Desinfektionsspender Pflicht. Ärzte und Sanitäter sind bei bestimmten Untersuchungen, wie etwa beim Lungenfunktionstest, durch Plexiglasscheiben und Schutzmäntel vor einer möglichen Infektionsgefahr geschützt.

Covid-Check

Bevor die zur Stellung bestellten Burschen aus ganz Niederösterreich überhaupt ins Gebäude dürfen, werden sie einem strengen Corona-Prüfverfahren unterzogen. Die kontaktlose Temperaturmessung ist dabei nur ein Teil des Checks, bevor die zweitägige Tauglichkeitsprüfung starten kann. „Natürlich stellt die Corona-Situation eine große Herausforderung für den Stellungsbetrieb dar. Die Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen garantieren aber die ordnungsgemäße Stellungsuntersuchung“, versichert NÖ Militärkommandant, Brigadier Martin Jawurek.

Um den Rückstau und die Kapazitätsminderung aufholen zu können, werden die Musterungen heuer in St. Pölten auch im Sommer stattfinden. 8.500 Stellungspflichtige, dazu rund 1.000 sogenannte Kurzsteller, die nur noch eine Untersuchung nachholen müssen, um zum Stellungsbescheid zu kommen, werden hier in normalen Jahren durch die Teststraße geschleust.

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