Container-Shops im Visier des Jugendschutzes

Einer der Selbstbedienungscontainer der Familie Holzer
Die Behörde prüft, ob diese Geschäfte ohne Verkäufer Alkohol für Kinder zugänglich machen.

Man packt Ware ein, zahlt und geht. Etwa ein Dutzend Container-Shops ohne Verkäufer geben Kunden im Weinviertel die Möglichkeit, rund um die Uhr regionale Lebensmittel oder Wein zu erwerben. Doch das sei auch eine Sicherheitslücke, denn Kinder könnten so unkontrolliert an Alkohol kommen. Das behaupten zumindest anonyme Anzeiger gegenüber der Bezirkshauptmannschaft.

Korneuburgs Bezirkshauptfrau Waltraud Müllner-Toifl bestätigt den Eingang derartiger Briefe: "Wir schauen uns die Situation an und prüfen, ob und was das für ein Delikt sein könnte", sagt sie.

Seit mehreren Jahren bieten Robert und Sandra Holzer aus Neubau (Bezirk Mistelbach) nicht nur die biologischen Produkte ihres eigenen Bauernhofs an insgesamt fünf Selbstbedienungs-Abgabestellen an. In Neubau, Wolkersdorf, Ernstbrunn, Asparn an der Zaya und Deutsch Wagram können Kunden rund um die Uhr bar oder mit Bankomatkarte Lebensmittel, aber auch Wein einkaufen.

Vor einigen Wochen haben sie bemerkt, dass Polizisten ihre Verkaufsstellen fotografierten und haben von den Anzeigen gehört. Das Problem: "Wenn wir mehr Sicherheit einbauen müssen, kostet das so viel, dass wir einen unserer drei Mitarbeiter entlassen müssten", sagt Sandra Holzer. Sie ist überzeugt, dass Jugendliche immer irgend eine Möglichkeit haben werden, an Alkohol zu kommen, wenn sie das wirklich wollen. In ihrem Fall sei das fast unmöglich, weil die Container Video-überwacht werden.Betroffen ist auch ein anderer Anbieter: Markus Wegerth ist seit Sommer 2017 Betreiber von Selbstbedienungs-Containern in Schleinbach, Harmannsdorf Rückersdorf, Poysdorf, Stockerau und Deutsch Wagram. Er meint: "Die Container sind ja von der Behörde genehmigt worden, die sagt, sie sind gesetzeskonform."

Zutrittskontrolle

Ihm ist die Problematik des Jugendschutzes bewusst, obwohl er – belegt durch Videoüberwachung – noch keinen einzigen Fall hatte, in dem ein Jugendlicher unberechtigt Alkohol kaufte. "Leider wird manchmal etwas gestohlen, wenn auch in vernachlässigbaren Ausmaß. Ich möchte ohnehin ein Zutritts-System mit Bankomatkarten installieren", sagt er. Doch das werde wohl – auch aus finanziellen Gründen – frühestens zu Jahresende möglich sein.

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