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Zu Hause alt werden? Das Angebot in NÖ wächst nicht mit

17 Gemeinden wollen „Community Nurses“, doch ausgebaut wird das Projekt vorerst nicht. Die NEOS sprechen von einer vertanen Chance für die Pflege, die ÖVP widerspricht.
24 Stunden Betreuung

Sie beraten ältere Menschen, entlasten pflegende Angehörige und helfen dabei, dass Pflegebedürftige möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben können. Doch obwohl das Interesse an den sogenannten Community Nurses in Niederösterreich groß sein dürfte, soll das Angebot laut NEOS vorerst nicht ausgebaut werden.

Aus einer parlamentarischen Anfrage der Pinken an die NÖ Landesregierung geht hervor, dass von den ursprünglich 26 Standorten aus der Bundespilotphase nur noch 24 weitergeführt werden. Diese werden künftig vom Land finanziert. Neue Standorte sind derzeit allerdings nicht vorgesehen – obwohl laut Anfrage bereits 17 Gemeinden auf einer Warteliste stehen und Interesse an dem Angebot bekundet haben.

Nach Ansicht der NEOS scheitert der Ausbau vor allem an der Finanzierung. Ihre Schlussfolgerung aus der Anfragebeantwortung lautet: Die Landesregierung räume selbst ein, dass für eine flächendeckende Versorgung in NÖ rund 344 Vollzeitstellen erforderlich wären. Derzeit werden über den Pflegefonds jedoch lediglich 38,11 Vollzeitäquivalente finanziert. „Damit ist nicht einmal jede neunte benötigte Stelle abgesichert“, so das Fazit der Partei.

Eine Politikerin steht in einem Sitzungssaal mit verschränkten Armen.

Neos-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann

Auch bei den finanziellen Mitteln klaffe eine deutliche Lücke. Für ein flächendeckendes Angebot wären laut Landesregierung jährlich rund 34,4 Millionen Euro notwendig. Tatsächlich stünden derzeit lediglich rund 3,6 Millionen Euro aus dem Pflegefonds zur Verfügung.

„Bedarf ist längst bekannt“

„Community Nurses dürfen in Niederösterreich nicht länger als Pilotprojekt behandelt werden. Sie sind längst ein unverzichtbarer Bestandteil einer modernen Pflegeversorgung. Umso unverständlicher ist es, dass die Landesregierung den Ausbau auf Eis legt, obwohl Gemeinden Interesse anmelden und der Bedarf längst bekannt ist“, betont NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann.

ÖVP-Landesrätin weist Vorwürfe zurück

Im Büro der zuständigen Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) widerspricht man der Darstellung der Pinken entschieden. „Das Land bekennt sich selbstverständlich zum Modell der Community Nurses und hat nach dem Auslaufen der Bundespilotphase (Ende 2025) Verantwortung übernommen, indem sämtliche Projekte in Niederösterreich in die Förderung durch den Pflegefonds übernommen wurden. Andere Bundesländer haben das Angebot schlichtweg nicht weitergeführt“, heißt es.

Und weiter: „Ein flächendeckender Ausbau würde nach den derzeitigen Berechnungen rund 344 Vollzeitäquivalente und damit etwa 34,4 Millionen Euro jährlich erfordern – eine Finanzierung, die durch die derzeitigen Mittel des Pflegefonds nicht gedeckt ist. Dass aktuell keine neuen Standorte eingerichtet werden, ist daher keine grundsätzliche Absage an Community Nursing, sondern eine Folge der bestehenden Finanzierungsgrundlagen. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass Interesse nicht automatisch Bedarf bedeutet.“

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