Chronik | Niederösterreich
27.01.2012

Cannabis-Zucht in Bauernhof aufgeflogen

Geras: Geräusche der Ventilatoren, die der Belüftung dienten, machten Polizeibeamte misstrauisch.

Geras – Seltsame Geräusche, die aus dem Schuppen eines Bauernhofes drangen, ließen bereits am 9. Jänner eine offenbar professionell angelegte Cannabis-Indoorplantage im Bezirk Horn auffliegen. Polizeibeamten, die deshalb bei einem Bauernhof nahe Geras Nachschau hielten, stieg sofort Cannabis-Geruch in die Nase. Sie ließen sich – wie jetzt bekannt wurde – von den nervösen Bewohnern nicht abwimmeln. Bei einer Nachschau entdeckten sie zwei Räume voller Cannabispflanzen und nahmen den mutmaßlichen Betreiber, einen 33-jährigen Wiener, fest.

Geldprobleme

Der Mann leugnete das Offensichtliche nicht, sondern erzählte den Beamten bei der Einvernahme, dass er versucht hatte, seine anscheinend beträchtlichen Geldprobleme zu lösen. So kam er auf die Idee, Cannabis im Haus seiner 28-jährigen Lebensgefährtin – sie wurde auf freiem Fuß angezeigt – anzubauen. Zwei Räume der Scheune wurden mit Folien abgedichtet und mit speziellen Lampen ausgestattet. Die Ventilatoren, die für die Belüftung sorgten, verursachten das Geräusch, das später auffallen sollte.

Die Polizei packte alles ein und räumte die am Dorfrand gelegene Scheune aus. Sie nahm unter anderem rund 200 erntereife Pflanzen mit einer Höhe von bis zu 80 Zentimeter, ein halbes Kilo verpacktes Marihuana, fast eineinhalb Kilo Blüten und Kraut, sowie die gesamte technische Ausrüstung mit.

Der mutmaßliche Betreiber gab zu, im März 2011 mit der Hanfzucht begonnen zu haben. Wegen des ausgezeichneten Ertrages vergrößerte er die Anlage schon bald. Drei bis vier Kilogramm Marihuana will er erzeugt haben. Diese Menge verkaufte er um jeweils acht Euro pro Gramm an unbekannte Abnehmer in Wien, was einen Umsatz von mindestens 24.000 Euro bedeutet. Ein weiteres Kilo im Wert von rund 8000 Euro verschenkte er nach eigenen Angaben an Freunde.