Chronik | Niederösterreich
28.02.2015

Bürgerprotest erzwingt Infoabend zu neuer Schiffsanlegestelle

Anrainer fühlen sich übergangen und sammeln Unterschriften gegen die Anlage.

Zum politischen Zankapfel wird der Bau einer Schiffsanlegestelle an der Donaulände von Krems-Stein. Nach Anrainern wirft jetzt auch die Opposition der Stadtführung fehlende Informationen vor. Nun wollen Bürgermeister Reinhard Resch und Bauherr Birgit Brandner-Wallner Fragen beantworten.

"Die Bevölkerung wurde einfach nicht im Vorhinein informiert, das ist das Grundübel. Uns geht es um Lebensqualität, weil wir ohnehin schon Lärm und Abgase zweier Straßen aushalten müssen. Jetzt kommen noch die Aggregate der Schiffe dazu", erklärt Maria Kermer, die gemeinsam mit Mitstreitern bereits 180 Protestunterschriften gesammelt hat. Rund 50 verärgerte Anrainer sind auch zu einer Gemeinderatssitzung Mittwochabend gekommen. Da lief die Opposition zu Höchstform auf: "Alles ist im Geheimen gelaufen", meint FPÖ-Stadtrat Werner Friedl, der per Dringlichkeitsantrag die Informationsveranstaltung forderte. "Die Mehrheit dafür habe ich bestimmt nur bekommen, weil rund 50 verärgerte Bürger zugehört haben", schätzt Friedl. Der ebenso wie KPÖ-Mandatar Wolfgang Mahrer die "von SPÖ-Stadtchef Resch viel beschworene" Transparenz vermisst.

"Bei der Veranstaltung, die am 11. März stattfindet, werden sich hoffentlich die meisten Befürchtungen auflösen. Die Anlage soll nur als Ausweichplatz dienen und nachts nicht benutzt werden", betont Resch.

Lebenslänglich

"Nimmt die Frequenz zu, wird auch Nachtbetrieb kommen. Und wir haben das Ding in Stein lebenslänglich", entgegnet Kermer.

Leider lasse das Schifffahrtsgesetz nicht zu, dass die Anlagen wie ein Gewerbebetriebe verhandelt werden, seufzt Friedl. Sonst könnte man eine Stromzuleitung vom Land vorschreiben, damit keine Generatoren laufen. "Das Geld für die Leitung spart man auf Kosten Betroffener", findet Friedl.