Chronik | Niederösterreich
01.03.2015

"Bürgermeister ist jetzt mein Beruf"

Der jüngste Bürgermeister in NÖ hat erste Turbulenzen gemeistert. Jetzt will er für frischen Wind sorgen.

Mit 28 ist Lukas Michlmayr nicht nur der jüngste Bürgermeister in der Geschichte der 5500-Einwohnerstadt Haag, sondern auch der jüngste in NÖ. In einer ÖVP-internen Vorzugsstimmenwahl setzte sich Michlmayr gegen den früheren Vizebürgermeister Rudolf Mitter durch. Donnerstagabend wählte ihn der Gemeinderat mit 20 zu acht Stimmen zum Stadtchef. Als einer der ersten Gratulanten schickte Außenminister Sebastian Kurz eine SMS. Der KURIER besuchte den Jungbürgermeister an seinem ersten Arbeitstag.

KURIER: Sind Sie mit dem Wahlergebnis im Gemeinderat zufrieden. Sie waren ja davor auch mit Rücktritten in der eigenen Partei konfrontiert?

Lukas Michlmayr: Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Mit der Kritik der Liste Haag muss ich mich auseinandersetzen. Alle Zeichen stehen auf Aufbruch, die Umstrukturierungen in der ÖVP sind abgeschlossen. Wir haben ein sehr junges Team am Ruder.

Weil auch ihr Mitbewerber, Vizebürgermeister Mitter zurückgetreten ist, ist die Führungsspitze der Stadt völlig neu. Trauen Sie sich das zu?

Es stimmt, Vizebürgermeister Anton Pfaffeneder ist wie ich jung und vorne ganz neu. Beide haben wir aber bereits Erfahrung im Gemeinderat gesammelt. Als Kulturstadtrat habe ich auch schon Budgeterfahrung. Dazu gibt es rund um Stadtamtsdirektor Gottfried Schwaiger ein sehr erfahrenes Mitarbeiterteam im Rathaus auf das ich vertrauen kann. Ich muss aber auch viel lernen und werde mich sehr intensiv mit den Mitarbeitern abgeben.

Wie oft werden Sie im Rathaus anzutreffen sein?

Bürgermeister ist jetzt mein Beruf. Ich habe sonst keine andere berufliche Beschäftigung. Die Diplomarbeit zum Abschluss meines Studiums muss warten. Ich sehe das als großen Vorteil, weil ich mich voll der Stadt und ihren Bürgern widmen kann. Es gibt viele Bereiche vom Kindergarten bis zum Tiergarten, um die ich mich mit den Stadt- und Gemeinderäten gemeinsam kümmern werde. Die Gemeinde beschäftigt um die 70 Leute in den vielfältigsten Sparten.

Wie wird man den neuen jungen Bürgermeister in nächster Zeit wahrnehmen?

Vorerst vielleicht dadurch, dass ich viel im Rathaus anwesend und ansprechbar sein werde. Sprechstunden wird es aber trotzdem geben.

Was wird sich in Haag ändern?

Ich plane keine gewaltigen Umbrüche. Es läuft gut, in der Vergangenheit ist unter Josef Sturm viel geschehen. Das Service im Rathaus stimmt und wird gut bewertet. Ich will aber für frischen Wind sorgen. Neue Arbeitsplätze und zusätzliche Wohnungen sind mein Hauptziel. Haag liegt günstig und ist als Wohn- und Betriebsstandort sehr interessant, das wissen wir.