© Gilbert Weisbier

Chronik Niederösterreich
12/05/2011

Bürgerliste braucht noch Geld

Wenn mindestens 40.000 Euro zusammen kommen, tritt die "UBK" bei der Gemeinderatswahl im Herbst 2010 an.

von Gilbert Weisbier

Jetzt ist es so gut wie fix: Bei der Kremser Gemeinderatswahl im Herbst 2012 wird eine Bürgerliste antreten. Die ersten Proponenten wurden bekannt gegeben. Unter ihnen auch Kremser, die sich in Bürgerinitiativen engagiert und dort erlebt haben, dass man ihre Anliegen nicht ernst genommen hat. Einzige Hürde für das Antreten der "UBK" ("Unabhängige Bürger für Krems"): Das Budget von mindestens 40.000 Euro. Das will man durch Spenden und Bürgerbeteiligung auftreiben.

Der Anstoß kam von außen: Wie berichtet hat Robert Moser, 70, Gründer einer Beratungsfirma für Wirtschaft und Politik, in Krems vorgefühlt. "Das Echo war kräftig", sagt Moser, der in Krems die damalige "Bauschule" besuchte.

"Die Zeit ist reif", meint auch Manfred Schärfinger. Er ist Bundesvorsitzender der Bürgerinitiativen-Plattform "GDB" (Gemeinschaft der Bürger) und Vorstand des Gemeindevertreter-Verbandes der Bürgerinitiativen, der die Kremser Initiative gemeinsam mit Moser bis zur Selbstständigkeit begleiten will. Die Chancen in Krems stehen aus ihrer Sicht gut: "Die Nichtwähler stellen die größte Gruppe. Die wollen wir ermutigen, Demokratie wahr zu nehmen."

Mit dabei sind bisher unter anderem der pensionierte Staatsanwalt Peter Lanzrath und seine Ehefrau Adelinde. Weiters der Mittelschullehrer Wolfgang Pachschwöll und dessen Frau Christine, ebenfalls Lehrerin. Die Genannten haben sich öffentlich in der Altstadt-Bürgerinitiative engagiert.

Alle von den Kremser Oppositionsparteien (SPÖ, FPÖ, Grüne und KLS) erhobenen Vorwürfe, die Bürgerliste wäre von der ÖVP finanziert, seien aus der Luft gegriffen, betont Peter Lanzrath. Er sei mit Moser und Schärfinger einig, Distanz zu allen politischen Parteien zu halten. "In meiner Firma haben ÖVP-Abgeordnete ebenso gearbeitet wie der heutige SPÖ-Landeschef Sepp Leitner", ergänzt Moser. Er versichert, die Auswahl der Kandidaten werde transparent gemacht.

Eine frisch ins Netz gestellte Homepage verrät über die Liste derzeit noch kaum mehr als die Kontakt-Mailadresse. Schriftliche Unterlagen zählen Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Freiheit und Ordnung auf.

www.krems.gdb.or.at