Chronik | Niederösterreich
10.01.2012

Buchhalter prellte Gemeinde um 370.000 Euro

Prozess – 48-Jähriger überwies zehn Jahre unbemerkt Geld auf anderen Konten

Fast zehn Jahre lang ist der Schwindel nicht aufgeflogen. Dem Buchhalter der Gemeinde Aspang-Markt im Bezirk Neunkirchen ist es gelungen, von 2001 bis 2010 unbemerkt 370.000 Euro von Gemeinde- und Verbandskonten abzuzweigen und zu veruntreuen. Am Dienstag wurde dem 48-jährigen Anton H. am Landesgericht Wiener Neustadt der Prozess gemacht.

Der Angeklagte, der ein umfangreiches Geständnis ablegte, hat fast 25 Jahre lang die Finanzgebarung der Gemeinde und zuletzt auch jene des Abwasser-, Musik- und Hauptschulverbandes übrig gehabt. Anfangs sei alles korrekt abgelaufen, bis er im Jahr 2000 irrtümlich eine Fehlbuchung vornahm die niemandem auffiel. „Danach hat alles eine Eigendynamik bekommen. Ich bin niemals auf den Gedanken gekommen, dass es fast 400.000 Euro waren“, so Anton H.

Er habe laufend Beträge auf Konten der Sportvereine überwiesen, in denen er tätig war. Das Geld wurde für Mountainbike-Marathons, Laufevents oder ähnliches verwendet. Etwa „20 bis 30 Prozent“ will sich H. selbst eingesteckt haben – um zu tanken oder größere Einkäufe zu tätigen. Als der Buchhalter im Jahr 2010 auf Urlaub war, sah sich der Aspanger Bürgermeister Hans Auerböck im Speziellen die Gebarung des Musikschulverbandes genauer an. Dabei fielen ihm haufenweise Rechnungen ohne Belege auf. Die weitere Überprüfung übernahmen Finanzexperten des Landes, worauf die Korruptionsstaatsanwaltschaft eingeschaltet wurde.

H. gab die Untreue sofort zu und zeigte sich bei der Aufklärung der Vorgänge kooperativ. Das Urteil des Schöffengerichts fiel dementsprechend mild aus. Er wurde zu einer dreijährigen Strafe, zehn Monate davon unbedingt, verurteilt. Der Staatsanwaltschaft fiel die Strafe zu gering aus, sie meldete Berufung an.