Brutaler Überfall: Angestellte eines Supermarkts gefesselt

© Bild: KURIER/Jeff Mangione

Der Täter dürfte für weitere Coups verantwortlich sein. Die Polizei hofft auf Hinweise.

Angestellte eines Supermarktes in Herzogenburg (Bezirk St. Pölten) sind am Montagabend Opfer eines brutalen Überfalls geworden. Sie wurden nach Polizeiangaben von einem bewaffneten und maskierten Täter an Bürosessel gefesselt. Der Räuber entkam mit Beute in nicht genannter Höhe. Er dürfte auch für weitere Coups in den Jahren 2014 und 2015 verantwortlich zeichnen.

Laut Polizei hatten die Mitarbeiter, drei Frauen und ein Mann, am Montagabend nach der Abrechnung ihren Arbeitsplatz beim Personalausgang verlassen wollen, wo ihnen der mit einer schwarzen Pistole bewaffnete Täter auflauerte.

Gegenseitig fesseln

Die Angestellten wurden bedroht und zurück in den Lagerraum bzw. in das Büro gedrängt, wo sie den Standtresor öffnen und sich zunächst gegenseitig mit Klebeband fesseln mussten. Nachdem der Räuber seine Opfer auch noch an Sessel gefesselt hatte, knackte er mit Werkzeugen mehrere Kassen.

Angestellte eingesperrt

Vor seiner Flucht drängte der Mann die Angestellten in den Umkleideraum, dessen Tür er mit Möbelstücken verbarrikadierte. Seine Fluchtrichtung ist den Ermittlern zufolge nicht bekannt. Die unverletzten, aber geschockten Opfer befreiten sich in der Folge selbst und alarmierten die Polizei. Eine Fahndung unter Einbeziehung von Diensthunden verlief negativ.

Ähnliche Vorgehensweise

Der Räuber dürfte auch bereits am 17. November 2015 in Krems am Werk gewesen sein. Nach diesem Fall sind 3.000 Euro für zielführende Hinweise ausgelobt worden. Die Vorgangsweise bei dem Coup ähnelte sehr jener vom Montag: Der Räuber hatte damals am Abend nach Geschäftsschluss am Personalausgang zwei Verkäuferinnen aufgelauert und sie mit einer schwarzen Faustfeuerwaffe bedroht.

Er zwang die Frauen ins Gebäude zurück und den Standtresor im Büro zu öffnen. Dann wies er sie an, sich mit Kabelbindern selbst zu fesseln und auf den Boden zu legen, während er das Geld - einen hohen fünfstelligen Betrag – an sich raffte. Ehe er flüchtete, drängte er die Mitarbeiterinnen in den Umkleideraum und verbarrikadierte die Tür mit Möbelstücken.

Ähnlicher Vorfall in Prinzersdorf

Infrage kommen könnte der Mann nach Polizeiangaben vom Dienstagnachmittag zudem für den Überfall auf einen Supermarkt in Prinzersdorf (Bezirk St. Pölten) vom 28. August 2014. Der Coup war damals in der Früh von einem Räuber mit „Kugelbauch“ verübt worden, der das Geld aus dem Tresor erbeutete. Er hatte damals drei Angestellte in seine Gewalt gebracht, denen er am Lieferanteneingang aufgelauert hatte.

Täterbeschreibung

Der Gesuchte mit „Bierbauch“ soll niederösterreichischen Dialekt sprechen, 50 bis 60 Jahre alt und 1,65 bis 1,75 Meter groß sein. Am Montag war der Mann mit einer schwarzen Strickhaube maskiert und u.a. mit einer braunen Jacke mit silberfarbenen Druckknöpfen, einer dunkelblauen Leinenhose sowie braunen Schnürschuhen bekleidet. Hinweise werden an das Landeskriminalamt NÖ (Tel.: 059133-30-3333) erbeten.

( Agenturen , jtk ) Erstellt am 15.03.2016