© ge-breitenstein/VAEB

Chronik Niederösterreich
01/20/2019

Breitenstein verliert mit Kurhaus Tausende Gäste

Das Haus am Semmering soll nicht saniert, sondern in Mürzzuschlag neu gebaut werden. Der Bürgermeister schäumt.

von Patrick Wammerl

Breitenstein, ein malerisches, fast schon verschlafenes Dorf am Semmering: In Zukunft wird es in der 300-Seelen-Gemeinde noch deutlich ruhiger werden, als es ohnedies schon ist.

Zum Ärger von ÖVP-Bürgermeister Engelbert Rinnhofer und seinen Mandataren verliert der Ort demnächst mit dem Kurzentrum „Karl Hiesmayr“ seinen mit Abstand größten Betrieb. Jahrelang wurde um den Verbleib der Gesundheitseinrichtung gekämpft, allerdings vergeblich. Die Sonderkrankenanstalt der „Versicherungsanstalt der Eisenbahner und des Bergbaus“ (VAEB) verlegt ihren Standort von Niederösterreich in die Steiermark. Für Rinnhofer und seine Gemeinde eine bittere Pille.

Mit 110 Betten, 65 Beschäftigten und Tausenden Übernachtungen der Kurgäste jährlich ist das Gesundheitszentrum für eine winzige Gemeinde wie Breitenstein von enormer Bedeutung. „Bäcker, Fleischhauer und Gastronomie profitieren natürlich wahnsinnig davon. Das Kurzentrum wird von den Betrieben der Region beliefert und die Gäste geben Geld aus“, erklärt Rinnhofer.

Mürzzuschlag

Als vor einigen Jahren erstmals Gerüchte über eine mögliche Verlegung der Sonderkrankenanstalt aufkamen, lief Rinnhofer von Pontius zu Pilatus. Aber auch das nützte letzten Endes nichts. Wie der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) diese Woche bekannt gab, wird das Kurzentrum für Stoffwechselerkrankungen in Mürzzuschlag neu errichtet. Es soll bereits im Jahr 2022 in Betrieb gehen. Die Kosten wurden mit rund 25 Millionen Euro beziffert.

In Breitenstein soll es in den vergangenen Jahren zunehmend Auslastungsprobleme aufgrund der für ältere Patienten ungünstigen Geländelage gegeben haben. Zudem sei das aus den 1980er-Jahren stammende Gebäude „in die Jahre gekommen“, sagt Gottfried Winkler, Obmann der VAEB. Statt einer Generalsanierung um geschätzte elf Millionen Euro habe man sich zu einem Neubau in der benachbarten Steiermark entschieden.

Rinnhofer kann die Argumente nicht nachvollziehen. „Das ist an den Haaren herbei gezogen und eine rein politische Entscheidung“. Gerade was die Lage anbelangt, werde Breitenstein von den Kurgästen geschätzt und gelobt. Besonders die Nachnutzung des riesigen Gebäudekomplexes bereitet dem Ortschef jetzt schon Sorge. Er hofft, dass das Kurhaus nicht zu einem Geisterhaus verkommt.

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