Chronik | Niederösterreich
13.02.2018

Brand auf Bauernhof forderte drei Todesopfer

Großvater, Sohn und Enkel starben bei Bauernhofbrand in Obergänserndorf.

Ein Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Obergänserndorf (Bezirk Korneuburg) forderte am Dienstagnachmittag drei Todesopfer. Dabei dürfte es sich laut Johann Baumschlager, Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich, um Großvater, Sohn und Enkelkind handeln.

Dem Feuer in zwei Lagerhallen soll eine Explosion vorangegangen sein. Details zur Brandursache und zum Unglückshergang waren bei Redaktionsschluss aber noch nicht bekannt. Unbestätigt blieb zunächst auch, ob in der Maschinenhalle Arbeiten durchgeführt worden waren. "Das Landeskriminalamt ist mit einer Tatortgruppe und mit Brandermittlern vor Ort", erklärte Baumschlager.

Auf dem Weg zum Einsatz verunglückt

Gegen 15 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein. Eine Familienangehörige hatte die Explosion gehört und Alarm geschlagen. Zwei Lagerhallen mit einer Gesamtfläche von 2000 Quadratmetern standen in Flammen. In einer waren landwirtschaftliche Geräte gelagert, in der zweiten Heu, Stroh und Holz. Rasch war klar, dass die drei männlichen Familienmitglieder vermisst wurden.

Zehn Feuerwehren mit 150 Mann standen im Einsatz. Wegen Löschwasser-Mangels wurden mehrere Großtank-Löschfahrzeuge angefordert.

In den Abendstunden waren die Löscharbeiten noch im vollen Gange: "Es sind extrem schwierige Bedingungen, es gibt eine enorme Hitzeentwicklung, die Strohballen müssen alle nach draußen gebracht werden. Die Feuerwehrleute werden deshalb die ganze Nacht im Einsatz sein", sagte Feuerwehrsprecher Franz Resperger.

Auf dem Weg zum Einsatz war am Nachmittag ein Feuerwehrmann in Hetzmannsdorf mit dem Auto verunglückt. Er musste ins Spital eingeliefert werden. Weil in der Alarmierung von einer eingeklemmten Person die Rede war, rückten fünf Feuerwehren an die Unfallstelle aus.

Auch Bäckerei brannte

Es war nicht der erste Einsatz der Feuerwehren im Bezirk Korneuburg an diesem Tag: Zwei Stunden zuvor hatten Mitarbeiter der Großbäckerei Kuchen-Peter in Hagenbrunn wegen starken Rauchs in einer Produktionshalle Alarm geschlagen. Zwei Mitarbeiter mussten mit Rauchgasvergiftungen ins Spital.Der Brandherd musste wegen der sehr starken Rauchentwicklung mit Wärmebildkameras gesucht werden, der Brand konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden. Brandursache war ein Defekt an einer Verpackungsanlage gewesen. Heißes Brot hatte hier zunächst zu glimmen begonnen und schließlich zu dem Feuer geführt.