Zwei Stück der „Trush 510G“ gingen an Erik Prince nach Kenia

© /Airborne Tech

Aufgedeckt

Flugzeuge aus NÖ an berüchtigten Kriegsführer

Bericht über Flugzeugausstatter "Airborne Technologies". Firma wehrt sich gegen Vorwürfe.

von Patrick Wammerl

04/11/2016, 06:38 PM

Der Wiener Neustädter Flugzeugausstatter "Airborne Technologies" verwandelt Flugzeuge und Hubschrauber in hochmoderne, fliegende Überwachungsmaschinen. Zu den Abnehmern zählt unter anderem die britische Polizei. Für den Verkauf von zwei Spezialflugzeugen an den Gründer der berüchtigten US-Söldnerfirma "Blackwater", Erik Prince, steht das Unternehmen jetzt aber im Kreuzfeuer der Kritik.

Laut einem Bericht der Aufdecker-Plattform "The Intercept" sollen die Maschinen nämlich zu privaten Kampfflugzeugen umgerüstet worden sein. Die Firmenchefs Wolfgang Grumeth und Kristof Nagl weisen die Vorwürfe im Gespräch mit dem KURIER entschieden zurück.

Söldnertruppe

Hochauflösende Kameras, Infrarot-Technologie, gepanzerte Cockpitscheiben und Tanks: Airborne Technologies baut handelsübliche Maschinen so um, damit sie auch in Krisengebieten zur Überwachung eingesetzt werden können.

Erik Prince hat über eine seiner Firmen in Kenia zwei Flugzeuge vom Typ "Trush 510G" gekauft. Prince hatte für Schlagzeigen gesorgt, weil er im Irak-Krieg die Amerikaner mit Söldnertruppen unterstützte. Laut dem Bericht von "The Intercept" wurden die Maschinen in Wiener Neustadt zu Kampfflugzeugen modifiziert, mit denen auch Angriffe geflogen werden können.

"Stimmt nicht", sagen Grumeth und Nagl. Die beiden Maschinen wurden genau so ausgestattet, wie das Modell auch auf der Homepage angepriesen wird. "Wir haben auch keine Halterungen für Maschinengewehre angebracht", erklärt Grumeth, "es ist nichts illegal. Die Exportbewilligung ist für uns das maßgebliche Kriterium und die haben wir." Für Technologie, die beispielsweise auch militärisch eingesetzt werden könnte, bedarf es einer eigenen Ausfuhrgenehmigung durch das Wirtschaftsministerium.

Die Frage, ob es bei dem Verkauf an Erik Prince moralische Bedenken gab, beantwortet Grumeth so: "Es geht uns als Firma leider noch nicht so gut, dass wir uns unsere Kunden aussuchen können". Der US-Millionär sei nur einmal selbst in Wiener Neustadt gewesen, um die Flugzeuge zu sehen. Der Amerikaner hat seit einigen Jahren auch einen Wohnsitz im Burgenland. Dass er, wie von The Intercept berichtet, sogar 25 Prozent der Firmenanteile an Airborne Technologies hält, wird dementiert.

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