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Chronik Niederösterreich
05/31/2021

Biomasse-Projekt in Biedermannsdorf nach Volksbefragung gestorben

80 Prozent stimmten gegen das geplante Kraftwerk im Bezirk Mödling. Die EVN wird es deshalb nicht realisieren.

von Stefan Jedlicka

Das Votum fiel eindeutig aus. Am Sonntag fand in Biedermannsdorf (Bezirk Mödling) eine Volksbefragung zum geplanten Bau eines Biomassekraftwerkes der EVN auf Gemeindegebiet (der KURIER hatte berichtet) statt. Mehr als 80 Prozent sprachen sich dabei gegen das Projekt aus. Die EVN reagierte umgehend: Das Kraftwerk wird nicht realisiert, bestätigt Unternehmenssprecher Stefan Zach.

Suche nach Alternativen

Gerhard Zacher, Geschäftsführer der EVN Wärme, dazu: "Dieses Ergebnis macht mich betroffen. Seit 30 Jahren arbeite ich an Biomasseprojekten, aber dass ein Klimaschutzprojekt so klar abgelehnt wird, habe ich noch nicht erlebt. Wir nehmen das zur Kenntnis und werden nun nach Alternativen suchen."

Mit rund 55 Prozent lag die Wahlbeteiligung am Sonntag deutlich über den Erwartungen. Rechtlich wäre das Ergebnis der Volksbefragung nicht bindend gewesen, die EVN wird das Kraftwerk aber dennoch nicht einreichen. Offen ist nun, was mit dem rund vier Hektar großen Grundstück passieren wird. Gewidmet ist es als "Grünland-Tonabbaugebiet".

Bürgermeisterin enttäuscht

Betroffen macht das Ergebnis auch  Biedermannsdorfs Bürgermeisterin  Beatrix Dalos (ÖVP). Sie stand hinter dem Kraftwerksprojekt, das „klimaneutrales wirtschaften“ für Biedermannsdorf ermöglichen sollte. „Ich bin überrascht, dass Biedermannsdorf noch nicht so weit ist und es hier kein Umdenken gibt“, so die Ortschefin. Sie werde „natürlich“ den Wunsch der Bevölkerung akzeptieren, obwohl sie nach wie vor der Meinung ist, dass „das der Weg weg vom Öl und Gas ist, um eine bessere Zukunft für die Kinder und Enkelkinder zu ermöglichen“.

Unterstützt wurde das Projekt im Gemeinderat von der ÖVP  und  von den Grünen, dagegen sprachen sich hingegen SPÖ und FPÖ aus. FPÖ-Bezirkschef Christian Luisser bezeichnete das Ergebnis am Sonntag als „Kantersieg“. Den Gegnern ging es vor allem um den Standort im Grünen, „mitten im Naherholungsgebiet“. Dass die Schlacht  schon am Montag zu Ende sein würde, kam dann wohl auch für sie schnell. „Ich habe dem Wunsch der Bevölkerung entsprechend mit der EVN heute lange Gespräche geführt“, sagte Dalos am Montag. Woraufhin der Energieversorger die Pläne zurückgezogen hätte und einen alternativen Standort suche.  

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