Biogasanlage in Aschbach als Referenzprojekt bei Energiespartag
Geschäftsführer Florian Fuchsluger (M.) stellte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (l.) und den Gästen des Energiespartages den Betrieb vor.
Die neue Großanlage der Firma Fuchsluger in Aschbach, die riesige Mengen biogener Reststoffe in Energie und Erde verwandelt, rückten Niederösterreichs Raiffeisenbanken anlässlich ihres traditionellen Energiespartags in den Fokus. Die im Vorjahr in Betrieb genommene Biogasanlage gilt als europaweite Vorzeigeanlage, in der auf einem großflächigen Areal moderne Technologien zur Methangas- und Komposterzeugung eingesetzt werden.
Anrainerbeschwerden
In den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangte das in der 13-monatigen Bauzeit errichtete Werk aufgrund von Anrainerprotesten, die mit Beschwerden im Genehmigungsverfahren die Gerichte beschäftigten und vom Landesverwaltungsgericht zugewiesen worden waren. Der Betrieb laufe ordnungsgemäß und entsprechend den Genehmigungen, erklärte Geschäftsführer Florian Fuchsluger bei der Präsentation im eben erst bezogenen neuen Verwaltungsgebäude des Unternehmens vor Raiffeisen-Managern, Gästen und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.
Produktionshalle mit acht Fermenter-Boxen und Gasbearbeitungsstation.
Bezüglich der Genehmigungsverfahren berichtete Fuchsluger, dass erst kürzlich die 39. Verhandlung stattgefunden habe, 32 davon fanden ohne Ankündigung der Behörde statt.
"In der Anlage werden jährlich 15 bis 18 Gigawattstunden Biogas produziert. Damit können rund 1.500 Haushalte in der Region versorgt und etwa 5.200 Tonnen CO2 eingespart werden,“, so Fuchsluger. Man beweise, dass nachhaltige Kreislaufwirtschaft technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll sei.
25 Millionen Euro wurden in den Bau des Betriebs investiert. Rund 130.000 Tonnen, überwiegend holzartige und biogene Abfälle werden mithilfe deutscher Technologie pro Jahr hier verarbeitet. Darunter sind auch 40.000 Tonnen Bioabfall und Grünschnitt aus den Gemeinden des Bezirks Amstetten und aus Nachbarregionen.
Methangas
Das in acht Trockenfermenterkammern erzeugte Methangas wird so gereinigt, dass es Erdgasqualität hat und direkt ins EVN-Netz eingespeist werden kann. Der Gärrest wird kompostiert und als Gartenerde in Säcken verkauft. Im Werk arbeiten zudem 100 Mitarbeiterinnne und Mitarbeiter.
Zum Energiethema verwies LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf darauf, dass in NÖ seit 2015 bilanziell bereits 100 Prozent Strom aus nachhaltigen Anlagen stamme. die Zahl der PV-Anlagen hat sich in den letzten drei Jahren auf insgesamt 160.000 verdoppelt.
Florian Fuchsluger, Stephan Pernkopf, Georg Berger und Martin Hauer (v.l.).
80.000 Menschen sind mittlerweile bei 1.800 Energiegemeinschaften beteiligt. In Sachen Stromtarife müssten die Energiebetreiber die Kostenvorteile durch heimische erneuerbare Energie an die Kunden weitergeben so Pernkopf, der die aktuelle Tarifsenkung der EVN begrüßte.
Martin Hauer, Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, sprach von der absoluten Kundenzentrierung seines Unternehmens, das dementsprechend auf die Bedürfnisse der Menschen wie Energie, Nachhaltigkeit und Wohnen. Die Energiespartage werden von einem umfangreichen Beratungsangebot begleitet.
Neue Energiegemeinschaft
Auf die neu gegründete Energiegemeinschaft Region Ybbstal bezog sich auch Georg Berger, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Ybbstal: "Unsere Mitglieder profitieren dreifach. Sie beziehen sauberen Strom aus der Region, sparen sich 28 Prozent der Netzkosten und unterstützen eine nachhaltige Energiezukunft im Ybbstal."
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