Bildungscampus Hainburg: Forschung auf Top-Niveau soll 2028 starten
Der "Europacampus Hainburg" soll im Sommer 2028 eröffnet werden.
Er soll „etwas ganz Großes“ werden, ein „Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft weit über Niederösterreich hinaus“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) über den Europacampus Hainburg. Am Montag erfolgte der Spatenstich für das Projekt im Bezirk Bruck an der Leitha, das seit Jahren auf dem Areal der 2006 geschlossenen Marc Aurel Kaserne geplant wird.
Insgesamt sollen am Bildungscampus „480 Studienplätze und 200 hochwertige Arbeitsplätze entstehen“.
Als Partner sind die University of Applied Sciences (USTP) St. Pölten und die Technische Universität Wien mit an Bord. Durch diese Kooperation wird Absolventinnen und Absolventen von Masterprogrammen der Zugang zu universitären PhD-Programmen ermöglicht.
Hochschulallianz
Der Campus Hainburg wird Teil der europäischen Hochschulallianz EULiST, in der die TU Wien eng mit Partnerinstitutionen in STU Bratislava, Brünn und mit weiteren Hochschulen zusammenarbeitet. Die TU Wien setzt in Hainburg auf zwei große Forschungsschwerpunkte: Einerseits die sogenannte „Substance Valorization“, bei der es darum geht, biogene Materialien und Abfallstoffe effizient zu nutzen, und andererseits die „Energy Valorization“, mit Fokus auf der Speicherung grüner Energie. Ein Impulsgeber auf diesem Gebiet wird Franz Renz sein, der mit einer vom Land Niederösterreich finanzierten Stiftungsprofessur an der TU Wien forscht. Sein Spezialgebiet sind innovative Materialien zur Wasserstoffspeicherung – ein Thema, das auch für niederösterreichische Unternehmen wie das mehrfach ausgezeichnete Start-up Hydrosolid von großer Relevanz ist.
Spatenstich für den Bildungscampus am Montag in Hainburg.
Jens Schneider, Rektor der Technischen Universität Wien, sieht den Europacampus als „Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlicher Wirkung. Er schafft ein Umfeld, in dem Erkenntnisse aus der Forschung gezielt in innovative Anwendungen überführt werden – im engen Austausch mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und über nationale Grenzen hinweg.“
Mikl-Leitner ist überzeugt, in Hainburg entstehe „ein Wissensstandort, für neue Chancen und für eine starke Zukunft dieser Region und Niederösterreichs.“ Hier sollen „aus Ideen konkrete Lösungen werden. Hier wird nicht über die Zukunft geredet, hier wird die Zukunft entwickelt.“ Der Campus sei ein zentrales Projekt der Wirtschaftsstrategie 2030+ und der Hochschulstrategie 2030+ des Landes. Der nicht bescheidene Anspruch: „Niederösterreich zu einem der innovativsten und forschungsstärksten Standorte Europas zu machen.“
100 Millionen Euro Investition
Baustart für den Europacampus ist im Juni 2026, die Fertigstellung ist für Sommer 2028 geplant. Insgesamt werden 90 bis 100 Millionen Euro in den Bau investiert, getragen von privaten Investoren. „Das Land Niederösterreich investiert 19 Millionen Euro in die Ausstattung der Forschungslabore und wird für den laufenden Betrieb finanzielle Mittel zur Verfügung stellen“, so Mikl-Leitner.
Professor Franz Renz, Projektentwickler Eduard Halmschlager, Bürgermeister Johannes Gumprecht, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, TU Wien-Rektor Jens Schneider und USTP-Geschäftsführer Hannes Raffaseder (v.l.).
Hannes Raffaseder, Geschäftsführer der University of Applied Sciences (USTP) St. Pölten, betonte, die USTP bringe als Koordinatorin der European University E³UDRES² „wichtige Erfahrungen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Etablierung innovativer Lehr- und Lernszenarien, die Vermittlung relevanter Zukunftskompetenzen, die enge Verzahnung von Aus- und Weiterbildung, angewandter Forschung und Wissenstransfer sowie die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Gesellschaft ein“. Nach dem Motto „Local Pulse, Global Waves!“
„Umsetzung im Alltag“
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) sprach von einer „Bildungs- und Forschungswerkstatt“, die Talente anziehen und Wissen generieren soll. „Wir versuchen, die beste Infrastruktur zu schaffen, und ein Umfeld, in dem Zukunft entstehen kann. Es geht nicht nur um abstrakte Wissenschaft, sondern darum, sie im Alltag umsetzen zu können“, so Pernkopf.
Kommentare