Bilanz der Feuerwehren in NÖ: Zahl der Brände stieg markant an

Freiwillige Feuerwehren arbeiteten 2025 über 68.000 Einsätze ab. Über 7,5 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden stellen einen Wert von 258 Millionen Euro dar.
Großbrand in NÖ

Die massive Zunahme der Brandeinsätze um gleich 16 Prozent ist eine der größten Auffälligkeiten in der Einsatzstatistik der niederösterreichischen Feuerwehren für das Jahr 2025. Zurückzuführen ist dieser Anstieg zu einem Gutteil auf die rasch wachsende Anzahl von Akkus in verschiedenesten Gerätschaften in den Haushalten. 

Deshalb seien 2025 auch viele dramatische Menschenrettungen aufgrund von Bränden in Wohnungen notwendig gewesen, berichtete NÖ Landesfeuerwehkommandant Dietmar Fahrafellner.

Vier Personen stehen vor einem Feuerwehrfahrzeug mit Ausrüstung, daneben ein Bildschirm mit Feuerwehrmotiv und Schriftzug.

Präsentierten Jahresbilanz: NÖ Vize-Landesfeuerwehrkdt. Boyer, LH Mikl-Leitner, NÖ Kdt. Fahrafellner, LH-Stv. Pernkopf. 

Im Jahr nach den Rekordeinsatzbilanzen  aufgrund des Jahrhunderthochwassers von 2024 stimme das rasche Ansteigen der Brandfälle mit insgesamt 8.410 Einsätzen nachdenklich, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Sie appellierte zu erhöhter Achtsamkeit im Umgang mit Feuer, Kerzen, Asche oder elektronischen Geräten.

Mit insgesamt über 68.000 Einsätzen und 7,5 Millionen Arbeitsstunden zeige aber auch das vergangene Jahr ohne historische Katastrophe, dass „Sicherheit kein Ausnahmezustand, sondern ein Dauerauftrag“ sei, so  Mikl-Leitner. 

Millionen-Ersparnis 

Theoretisch mit 34 Euro pro Stunde berechnet, stellen die über 7,5 Millionen freiwilligen Arbeitsstunden einen Wert von 258 Millionen Euro dar, die sich die öffentliche Hand und die Bevölkerung ersparen, rechnete Landeskommandant Fahrafellner vor. 

Die Dimension des ehrenamtlichen Engagements bei den Freiwilligen Feuerwehren sei  beeindruckend, "das ist die größte ehrenamtliche Kraftanstrengung in unserem Bundesland“, lobte Mikl-Leitner. 

Auch über die Dynamik der tief in den Gemeinden verwurzelten Feuerwehren zeigte sie sich begeistert. Die Zahl der Mitglieder der 1.676 Wehren ist auf über 105.000 angestiegen, für Nachwuchs sorgen 7.828 Mitglieder bei der Jugendfeuerwehr und 1.163 Kids bei der Kinderfeuerwehr. 

Immer mehr Frauen

Sehr erfreulich sei auch, so Mikl-Leitner, dass sich mittlerweile knapp 12.000 Frauen bei den Feuerwehren engagieren und über 300 von ihnen auch bereits Verantwortung in Kommando-Funktionen übernommen haben.

In der Bilanzpräsentation wurde auch auf die 2025 geleisteten Auslandseinsätze der nö. Feuerwehren bei Wald- und Flurbränden in Montenegro und in Griechenland hingewiesen. Dabei sei in Europa Professionalität und Solidarität bewiesen worden, so Mikl-Leitner.

Brüssel-Reise

Beim Besuch in der europäischen Einsatzzentrale in Brüssel  im vergangenen Dezember habe sich die internationale Wertschätzung der Freiwilligen aus NÖ gezeigt, berichtete LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.  Möglichkeiten auf das Anzapfen neuer EU-Fördertöpfe würden derzeit geprüft, sagte er. Laut Fahrafellner befinden sich die in NÖ entwickelte  Waldbrand-Module erfolgreich in der Endphase einer EU-Zertifizierung.

Großen Raum nahmen in der Bilanz-Präsentation die Investitionen ins Feuerwehrwesen ein. Nach der Flut 2024 sei trotz der Sparzeiten ein umfassendes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht worden. Leistungsstarke Pumpen, Sandsackfüllmaschinen oder Hochwasserschutzsysteme wurden zum Großteil bereits ausgeliefert.

Contrainerterminal

Der im Landessicherheitszentrum Tulln errichtete neue Containerterminal, als Logistikbasis für Katastropheneinsätze, wird am 10. März eröffnet. Viel investiert wurde auch in moderne digitale und auch bei Blackouts funktionstüchtige Kommunikationssysteme.

Vom Landesverband organisierte Sammelanschaffungen von  48 Hilfeleistungsfahrzeugen (HLF2)  brachten Gemeinden und Feuerwehren größere Einsparungen, wodurch  noch weitere 18 Stück angeschafft werden können. Dieses Modell NÖ wollen nun alle Landesverbände und auch die Berufsfeuerwehr Wien anwenden, berichtete Fahrafellner. 

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