Spusu mischt am Radmarkt mit: Bekannter Mobilfunker baut E-Bikes selbst
Franz Pichler und Patrick Vollmann am Testgelände mit den Bikes „Made in Wolkersdorf“.
Er hat nach einem E-Bike mit großem Akku gesucht, auf „das ich mich einfach draufsetzen und fahren kann“, schildert Spusu-Chef Franz Pichler. Doch die E-Bikes mit großer Reichweite seien alle kompliziert zu bedienen gewesen. Was der Mobilfunker suchte, gab es schlicht nicht. „Darum machen wir's jetzt selbst“, sagt er.
Seit Februar 2022 werden die Spusu-E-Bikes in Wolkersdorf (Bezirk Mistelbach) hergestellt. Mittlerweile gibt es sechs verschiedene Modelle. Zusammengebaut werden die Räder direkt am Wolkersdorfer Standort und „auf Herz und Nieren geprüft“, sagt Patrick Vollmann, Geschäftsführer der Spusu-Bikes. Er hat sich als Fahrradtechniker beworben und „brachte ein bombiges Know-how“ mit, schildert Pichler. Alles, was möglich ist, bleibt im Haus, lackiert werden die Räder im Nachbarort.
Persönliche Zustellung
Durch das Zusammenbauen vor Ort kann besser auf Wünsche der Kunden eingegangen werden. „Wir stellen die Räder auch persönlich zu“, erklärt Vollmann. Der Fahrradtechniker stellt das Rad dann auf den Kunden ein. „Wir sind sehr stolz, zu wissen, was bei uns an Qualität rausgeht“, sagt Pichler.
Zusammengebaut werden die E-Bikes nur in Wolkersdorf, verkauft und serviciert werden sie an Standorten in Baden und Vöcklabruck. Fünf Mitarbeiter sind für Radservice und den Zusammenbau der E-Bikes zuständig. Im großen Lager gibt es eine Waschanlage für die Fahrradteile und eine Einbremsmaschine. „Dann muss es der Kunde nicht mehr machen“, erklärt Vollmann. Denn bei neuen Rädern müssen sich Bremsbeläge und Bremsscheibe erst einspielen – das passiert durch gezielte Vollbremsungen.
Vor der Tür gibt es ein Testgelände für E-Mountainbikes. Dort finden einmal die Woche Trainings für Kinder statt. Und: „Da hat mir Patrick gezeigt, wie man damit steil bergab fährt, wo es mit einem normalen Rad nicht möglich ist“, erzählt Pichler. Jetzt fährt er gern E-Mountainbike und nimmt im September sogar an der E-Bike-WM in Ischgl in der Kategorie „Jedermann“ teil.
Langfristiges Ziel? „2.000 Räder im Jahr“
„Unser E-Tiefeinstieg ist wie für den Neusiedler See gemacht“, berichtet Pichler von einer Kooperation mit Burgenland-Tourismus. „Tiefeinstieg“ nennt man den niedrigen Durchstieg zwischen Lenker und Sattel, so ist ein bequemes Auf- und Absteigen möglich. „Das E-Bike ist eine coole Erfindung für jedermann“, weiß der Spusu-Bike-Geschäftsführer, dass man damit einen weiteren Radius erschließen kann.
Zwei bis drei Wochen vom Aussuchen bis zum Fahren dauert es, wenn sich jemand für ein E-Mountainbike entscheidet. „In der Hauptsaison“, betont Pichler, dass es sonst schneller geht. „März und April sind ein Wahnsinn“, aber auch der Mai und der September fallen in die Hauptsaison. „Heuer werden wir über 600 E-Bikes verkaufen. Nächstes Jahr werden es um 1.000 sein“, sagt Pichler.
Das langfristige Ziel? „Jährlich 2.000 Räder zu verkaufen. In dieser Größe wollen wir bleiben, um die Qualität zu halten.“
Kommentare