Stefan Schmuckenschlager feiert heute sein Fünf-Jahr-Jubiläum als ÖVP-Bürgermeister von Klosterneuburg.

© /Julia Schrenk

Klosterneuburg
11/06/2014

"Bei der Kaserne wollen wir es besser machen"

Fünf Jahre ist Stefan Schmuckenschlager Bürgermeister. Das Interview zum Jubiläum.

von Julia Schrenk

Was werten Sie denn als den größter Fehler in Ihrer Amtszeit? Und worauf sind Sie stolz?

Wir haben sehr viel gearbeitet, dadurch vielleicht das eine oder andere nicht ganz optimal umgesetzt. Ins Auge sticht natürlich die erzwungene Volksbefragung. Was mich daran wirklich stört, ist, dass wir es nicht geschafft haben, einen Dialog im Vorfeld vorzubereiten. Das Ganze wurde gleich wahlkampfartig in intensivster Diskussion geführt. Im Vorfeld von Bürgerbefragungen müssen wir künftig mehr Objektivität schaffen. Besonders stolz bin ich auf die letzten beiden Rechnungsabschlüsse. Wir haben die Schulden um 7,5 Millionen Euro gesenkt.

Bei der Entwicklung des neuen Stadtteils auf dem Kasernenareal setzen Sie jetzt voll auf Bürgerbeteiligung. War Ihnen die Volksbefragung in der Causa Golfplatz eine Lehre?

Definitiv. Großprojekte möchten wir künftig größer aufsetzen. Wir haben damals nach einem Schema agiert, wie es halt bis dahin üblich war. Dass man so deutlich gescheitert ist, hat bewiesen: Da muss man was tun. Beim Kasernenprojekt versuchen wir es besser zu machen.

Ihr Bruder war als Vizepräsident des Bauernbundes damals gegen den Golfplatz, Sie dafür. War diese Situation innerhalb der Familie schwierig?

In der Familie Schmuckenschlager war das kein Thema. Es war sicher nicht einfach, aber hätten wir das zu einem Thema gemacht, hätten wir sicher von unserer Mutter ein paar hinter die Ohren gekriegt.

Der Gemeinderat hat zuletzt eine Gemeindewohnung für syrische Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Was können die Gemeinden in Sachen Flüchtlingspolitik besser machen?

Ein großes Problem ist die Aufteilung. Wenn manche Gemeinden alles tragen müssen, wird das zu einer Belastung. Wo wir Menschen, die Notsituationen erlebt haben, geballt zusammenbringen, wird es nur schlimmer. Eine Aufteilung würde das erleichtern. Für mich war das wesentliche Problem, dass auch Bürgermeister hier Öl ins Feuer gegossen haben, anstatt einen Weg zu finden. Und der muss gefunden werden. Wir können uns nicht verschließen. Wir genießen alle Vorzüge der Globalisierung, deswegen bleibt es uns nicht erspart, auch dann Globalisierung zu leben, wenn es unangenehm wird.

Zur Gemeinderatswahl. Ist die absolute Mehrheit realistisch?

Ich halte sie nicht für unrealistisch. Ich habe aber in den letzten fünf Jahren erkannt, dass es ganz stark von den Persönlichkeiten abhängt – mehr als von den Mandatsverhältnissen. Deshalb ist es mein Ziel, und das der ÖVP, so viel gute Leute wie möglich in den Gemeinderat zu bringen. Und wir haben einen großen Vorteil: Wir signalisieren Stabilität.

Sie wurden von Schwarz-Grün zum Bürgermeister gewählt. Jetzt sind die Grünen die schärfste Oppositionspartei. Können Sie sich mit diesen Grünen eine Koalition vorstellen?

Wichtig ist mir, eine stabile Allianz einzugehen. Die Personen müssen wirklich wissen, wovon sie reden. Die Grünen müssten mit ihren Unterstellungen aufhören.

Ist eine Koalition mit den NEOS vorstellbar?

Man muss sehen, wer von den NEOS in den Gemeinderat einzieht. Noch kenne ich weder das Programm, noch alle Personen.

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