Chronik | Niederösterreich
06.06.2018

Beachvolleyball Baden: „Es blieb nur noch die World Tour“

Das Beachvolleyball-Event ist erstmals Teil der FIVB World Tour. Einer der Veranstalter, Dominik Gschiegl, erzählt, wie es dazu kam.

Baden ist erstmals Austragungsort der World Tour. Wie ist es dazu gekommen?

Dominik Gschiegl: Begonnen hat es 2001 mit der Gründung eines Beachvolleyball-Vereins. Damals hat der Sport erst begonnen sich in Österreich zu etablieren. Wir haben überlegt, was wir tun können und wollten ein jährliches Event organisieren. Das war Markus Hammers Idee. Zu Beginn war es hobbymäßig.

Der Aufstieg erfolgte dann aber schnell.

Schon im darauffolgenden Jahr haben wir im Rahmen der österreichischen Turnierserie C-Cup eine Veranstaltung in der untersten Klasse ausgerichtet. Wir wollten uns dann jedes Jahr eine Klasse hinaufarbeiten. 2005 hatten wir den ersten A-Cup in Baden. Das war ein Traum von uns. Es ist das höchste Turnier in Österreich mit den besten nationalen Spielern.

Und es ging rasant weiter...

2009 hatten wir als Teil der European Tour dann das erste internationale Turnier. 2014 richteten wir das erste Turnier in der höchsten Kategorie der European Tour aus. Vergangenes Jahr haben wir uns gefragt: Wie kann es jetzt noch weitergehen? Und da blieb nur noch die World Tour. Und so findet sie heuer zum ersten Mal statt.

Was bedeutet das für das Rundherum?

Zu Beginn haben wir im Weilburgpark hinten im Strandbad gespielt, damals war da mehr Asphalt als Sand (mittlerweile gibt es etliche Beach-Plätze, Anm.). Jetzt sind wir vorne auf der Sandfläche vom Strandbad. 1500 Menschen passen dieses Jahr auf die Tribüne, 200 waren es am Anfang.

Und das Personal?

Unsere Firma, Vision 05, haben wir zu fünft gegründet. Bei den Veranstaltungen waren wir zu zwanzigst. Mittlerweile sind bei unserer Firma 21 Personen angestellt, beim Event selbst arbeiten 180 Menschen mit. Von Securitys und Schiedsrichtern über Logistiker bis zu den Ballkindern.

Was bedeutet die Veranstaltung für Baden?

300 Spieler kommen mit großer Begleitung – Physiotherapeuten, Psychotherapeuten etc. Das bedeutet ein Plus von etwa 1500 Nächtigungen.

Und für Beachvolleyball?

Österreich hat sich zu einem Beachvolleyball-Land entwickelt. Mit Clemens Doppler und Alexander Horst (amtierende Vizeweltmeister, Anm.), sowie früher den Schwaiger-Sisters, zählt Österreich zu den führenden Nationen in dieser Sportart – obwohl Österreich kein typisches Beachvolleyball-Land ist; wir liegen nicht mal am Meer. Und Baden hat dabei einen sehr guten Ruf. Es gilt als Turnier, das sehr gerne gespielt wird.

War der Umzug des Turniers aus Klagenfurt nach Wien problematisch für Baden?

Wir waren zuerst skeptisch, aber im Endeffekt war es eine positive Entwicklung. Wir Veranstalter helfen einander auch.

Wie viel Arbeit steckt dahinter, bis das Turnier steht?

Die Vorbereitungen für das nächste Jahr beginnen immer nach dem letzten Turnier. Die Zeit knapp davor ist dann immer besonders intensiv. Nicolas Hold, Christian Seidl und ich als Geschäftsführer sind da im Dauereinsatz. Da arbeiten wir von sieben Uhr in der Früh bis um elf Uhr am Abend.