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Werft-Areal: Nun gilt auch für das Festland eine Bausperre

Der Gemeinderat will damit Einzelprojekte verhindern. Ziel ist eine "gesamtheitliche Nutzung".
Korneuburger Werft

Die Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG ist wohl nur wirtschaftlichen Feinspitzen ein Begriff. Mit der Signa-Gruppe, die hinter der Gesellschaft steht, kann hingegen jeder etwas anfangen – zumindest in Korneuburg.

Denn die Stadt wollte die Gründe des historischen Werft-Areals gemeinsam mit dem Immobilienunternehmen von René Benko zu einem neuen Stadtteil entwickeln: mit Wohnungen, Geschäften, Büroräumlichkeiten und Freizeitanlagen. 2023 waren diese Pläne jedoch passé; Signa musste Insolvenz anmelden und machte sich auf die Suche nach einem Käufer für jene 45 Prozent der Werft-Gründe, die sie angekauft hatte.

Natur statt Wohnungen

Der Stadt gab das die Möglichkeit, neue Wege einzuschlagen. Vor allem die Bebauung der Werftinsel, auf der Signa inmitten der Donau hochpreisige Wohnungen hatte errichten wollen, sorgte über Jahre hinweg für Kritik. Besorgte Bürger hätten die Insel viel lieber als Naherholungsgebiet gesehen, die SPÖ machte sich nach Bekanntwerden der Signa-Pleite für eine „Donauinsel für NÖ“ stark.

Und tatsächlich gab es im Wahlkampf 2025 auch ein Einlenken der ÖVP-Stadtregierung: Die Werft soll unbebaut bleiben, so das Versprechen. Und die Politik setzte mit einer Bausperre nach, um auch nach einem Verkauf der Signa-Gründe die Oberhand zu behalten.

Doch nun wurden die Karten abermals neu gemischt: Denn die Signa konnte zwar einen Investor finden, jedoch machte der Gemeinderat dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Die International Communities Organisation, die eng mit der UNO verbunden ist, wollte dort ein Bildungsquartier erbauen. Für Korneuburg hätte das jedoch „keinen Mehrwert“, gebracht, wie ÖVP-Bürgermeister Christian Gepp gegenüber dem KURIER betonte. Daher erteilte man dem Projekt eine Absage – zum Nachteil von Signa.

Flächen sichern

Denn ohne dem Verkauf könnte auch der Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG die Insolvenz drohen. Will heißen: Die Signa muss ihre Gründe veräußern, wenn nötig einzeln. Weshalb der Korneuburger Gemeinderat nun auch für das Festland des Werftareals eine Bausperre erließ, wie die NÖN berichteten; damit kann eine Bebauung von einzelnen Gründen verhindert werden.

„Wir werden die Flächenwidmungen überarbeiten“, sagt Gepp, und zwar immer im Hinblick auf eine gesamtheitliche Nutzung. Denn das Ziel der Stadt ist es nach wie vor, das Festland zu entwickeln – mit einem oder auch mit mehreren Partnern. Sollte es zu Einzelverkäufen kommen, will man sich strategische Flächen sichern.

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