Bankomat-Bande schlug wieder zu

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Brandalarm in Göstling bei Ybbs: Ein Schweißgerät entfachte Feuer, die Täter tauchten unter. Es war der 52. Coup der Bankomat-Knacker.

Ein Bild der Verwüstung blieb nach dem jüngsten Coup der Bankomat-Bande am Montagfrüh in Niederösterreich zurück. Blitzschnell hatten zwei Vermummte den Bankomat der Raiba Göstling/Ybbs aufgeschweißt und flüchteten mit einer unbekannten Geldsumme bevor die Polizei eintraf. Der geplünderte Bankomat in der erst einen Monat alten Filiale ging lichterloh in Flammen auf.

Mit dem 52. Coup der seit Februar 2010 aktiven Bankomat-Knacker dehnten die Gangster ihre Gebiet erstmals auf West-NÖ aus. Ermittler der "SOKO Bankomat" im Bundeskriminalamt wollten sich nicht festlegen. Aber die gestrige Aktion trug die Handschrift jener Täter, die Ende Oktober einen Bankomat in Rohr am Gebirge (Bez. Wiener Neustadt) ausgeräumt hatten.

Tatortgruppe der NÖ Kriminalabteilung untersuchte ausgebrannte Reste des geplünderten Bankomats.
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So wie in Rohr startete der Angriff kurz vor 4 Uhr Früh. Wie die Überwachungskamera zeigte, blockierten zwei Maskierte die Automatiktür ins Foyer mit einem Holzscheit. Die Handhabung des Schneidbrenners sei sehr professionell gewesen, berichteten Kriminalisten. Als die durch den Bankalarm verständigten Polizisten aus dem zehn Kilometer entfernten Lunz/See zum Tatort kamen, waren die Täter schon weg. Bevor die Beamten die Alarmfahndung starteten, mussten sie die Feuerwehr alarmieren. Ein weißer Kleinbus und ein gelber Pkw, die den Polizisten bei der Zufahrt aufgefallen waren, standen im Mittelpunkt der ergebnislosen Fahndung in den umliegenden nö. Bezirken und in der benachbarten Steiermark.

In Göstling war die Aufregung groß. "Die neuen Geschäftsräume sind arg verrußt. Wichtig ist aber, dass niemand verletzt wurde", schilderte Raiba-Geschäftsleiter Johann Wiebogen.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011