Bahnflitzer beschert ÖBB Konkurrenz

Die neue Privatbahn fährt ab 11. Dezember. In NÖ hält der Hightech-Liner nur in St. Pölten und in Amstetten.

Auf die Bahnkunden an der Westbahn rollt eine kleine Revolution zu. Mit dem Wechsel auf den Winterfahrplan am 11. Dezember werden auch die Züge der neu gegründeten privaten WESTbahn Management GmbH 14-mal pro Tag zwischen Salzburg und Wien im Eiltempo pendeln. Vor allem Bahnfahrer im Umfeld von St. Pölten und Amstetten dürfen sich auf Billigtickets und modernste Komfortzüge freuen. Denn das sind die einzigen Bahnhöfe in NÖ in denen die neuen Privatzüge halten werden.

Im Hintergrund tobt noch ein erster Machtkampf zwischen ÖBB-Management und WESTbahn-Koordinatoren um die Fahrplanabstimmung. Die groben Abfahrtszeiten sind aber nun bekannt.

Um 5.20 Uhr Früh wird der erste WESTbahn-Jet (insgesamt sieben Doppelstocktriebzüge mit sechs Waggons) aus Linz kommend von Amstetten abbrausen. 5.46 Uhr geht's von St. Pölten ab und um 6.36 Uhr wird es in Wien "Bitte alle aussteigen" heißen. Gefahren wird in der Früh und am Abend im Stundentakt, vormittags und am Nachmittag alle zwei Stunden. Der letzte Abendzug in Wien soll um 22 Uhr abfahren. Ziel ist es Wien-Salzburg in rund 2 Stunden 50 Minuten zu schaffen.

Kundensuche

Die vom Bauindustriellen Hans Peter Haselsteiner angeheuerte Crew (WESTbahn hat 170 Mitarbeiter) hat längst begonnen in den Revieren des früheren Monopolisten ÖBB zu fischen. Sowohl in der Landeshauptstadt als auch in Amstetten wird es ab dem September Info-Veranstaltungen geben. "Wir wollen uns einer interessierten Öffentlichkeit vorstellen. Dazu werden wir Einladungen von Organisationen wahrnehmen", erklärt WESTbahn-Sprecher Manfred Mader.

Neben der allgemeinen Werbekampagne möchte Top-Manager Stefan Wehinger, der frühere ÖBB-Personenverkehrschef, möglichst viele persönliche Kontakte zu künftigen Kunden knüpfen. Erste Termine in St. Pölten seien bereits fixiert, erzählt Mader.

Aufwertung

Weil der neue Schienenflitzer zwischen Wien und Salzburg nur fünf Mal hält, beschert er dem Bahnknoten Amstetten eine Aufwertung. Zu Amstettens Bürgermeister Herbert Katzengruber hat die neue Gesellschaft bereits Kontakt geknüpft. "Die ÖBB wird sich aufgrund der Konkurrenz sicher anstrengen müssen. Klagen über zu volle Züge gibt es oft", meint Katzengruber. Die Vorgaben der "Neuen" sind hoch. Wlan, bequeme Ledersitze, ein Steward in jedem Waggon, der noch dazu im Zug Tickets zum halben ÖBB-Tarif verkauft - die Latte liegt hoch.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011