Bagger auf großer Wachau-Tour

Zuverlässigkeit: Der Gütertransport auf der Donau ist bei Niedrigwasser eingeschränkt, nun soll zumindest eine Fahrrinne garantiert werden.
Foto: Reinhard Vogel

Um Donautransporte anzukurbeln, soll in der Wachau und östlich von Wien eine sichere Fahrrinne geschaffen werden.

Das Niedrigwasser der Donau hat den Transporteuren im heurigen Frühjahr deutliche Verluste beschert. Die chronische Wasserarmut steht allerdings im krassen Gegensatz zu den Plänen der Politik, die Donau künftig stärker zu befahren. Daher werden nun die Baggerschiffe in Aktion treten - unter anderem auch in der Wachau.

Christian Steindl, Geschäftsführer des Ennshafens, kündigte die Baggerungen für den Herbst an. Ausgeschaufelt werden soll eine Fahrrinne mit 2,50 Meter Mindestabladetiefe (Tiefgang eines Schiffes im Ruhestand, Anm.) . Das Projekt werde über die Via Donau abgewickelt, die Seichtstellen in der Wachau und östlich von Wien beseitigen soll.

15 Prozent

"Nur 15 Prozent der möglichen Transportkapazität der Donau werden derzeit ausgeschöpft", sagt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. Gemeinsam mit Oberösterreich will sie diese Bilanz verbessern. "Wir wollen den umweltfreundlichen Transportweg stärker nutzen und gemeinsam das Projekt "High & Heavy" verwirklichen. Wir wollen Ennsdorf zu einem neuen Knotenpunkt für die Verlagerung von Schwerlastgütern auf Binnenschiffe ausbauen", umreißt Bohuslav die grenzüberschreitenden Pläne.

Weil durch Seichtstellen in Bayern der Binnentransport Richtung Westen blockiert sei, bieten sich für den Ennshafen beste Chancen als Verladeterminal in beide Richtungen, meint Oberösterreichs Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl. Hafen-Chef Steindl kann für das erste Halbjahr 2011 auch deutlich steigende Umschlagszahlen präsentieren. Der Containerumschlag ist demnach gegenüber 2010 um 44 Prozent angestiegen.

Die im Juni vom Europäischen Rat beschlossene "Donauraumstrategie " bescherte Österreich zwar keine neuen Fördergelder, brachte aber eine Initialzündung. "115 Millionen Bürger in den Donauländern, die elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU erwirtschaften, das ist eine vielversprechende Basis", ist Bohuslav überzeugt. Auch deshalb habe man bereits innovative Netzwerke mit südosteuropäischen Staaten geknüpft.

(kurier) Erstellt am
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