Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Trauer im Bärenpark: „Legende“ Brumca eingeschläfert

28 Jahre hat die slowakische Bärin in Arbesbach verbracht. Nun musste sie in der Auffangstation eingeschläfert werden.
Bärin Brumca sitzt im Schneidersitz im grünen Wald.

Das Bärenschutzzentrum in Arbesbach musste kürzlich von seiner längsten Bewohnerin Abschied nehmen: Aufgrund gesundheitlicher Beschwerden wurde die 34-jährige Brumca am Mittwochnachmittag eingeschläfert. Die Bärendame habe bereits seit einiger Zeit an Arthrosen beziehungsweise Verkalkungen in Gelenken der linken Gliedmaßen gelitten und wurde mit Schmerzmitteln versorgt. Auch ein Nierenleiden konnte bisher medikamentös behandelt werden.

Seit einigen Tagen habe sie jedoch das mit den Medikamenten angereicherte Futter verweigert und zunehmend an Kraft verloren. „Es wurde klar, dass wir sie gehen lassen müssen“, wird Sigrid Zederbauer, die Leiterin des Bärenwald Arbesbach, in einer Aussendung der Tierschutzorganisation Vier Pfoten zitiert. Die Bärin sei eine „echte Legende“ und hinterlasse „eine riesige Lücke“.

Auf 35 Quadratmeter eingesperrt

Brumca kam 1992 in einem slowakischen Tierpark zur Welt. Sie wurde erst an Wirtschaftstreibende verkauft und schließlich einem österreichischen Geschäftsmann zum Geschenk gemacht. Die Bärin war in dieser Zeit überwiegend in einem 35 Quadratmeter großen Verschlag untergebracht. Schließlich sei der Besitzer verschwunden und habe Brumca allein im Käfig zurückgelassen, wo sie noch fünf Jahre verbrachte, bevor sie von Vier Pfoten übernommen und 1998 nach Arbesbach gebracht wurde.

„Echte Diva“

Noch Jahre nach ihrer Rettung zeigten sich die Folgen der traumatischen Erfahrung, so Vier Pfoten. Über die Zeit taute die Bärin jedoch auf. „Sie wurde zu einer echten Diva, die das Team immer auf Trab hielt. Gemüse, das sie nicht besonders mochte, etwa Gurken und Karotten, musste auf einem ihr genehmen Platz“ serviert „werden, damit sie es auch angenommen hat. Den Platz musste man aber stets aufs Neue finden, weil der nicht immer der gleiche war. Und auf gar keinen Fall durfte man ihr das Obst und Gemüse zerschneiden. Sie schätzte es ausschließlich im unversehrten Zustand“, so Zederbauer.

Das Team werde lange brauchen, um über den Verlust hinwegzukommen. „Es ist uns ein großer Trost, dass sie so viele gute Jahre bei uns verbringen durfte und wir auch ihre letzten Wochen schön gestalten konnten“, sagt die Bärenwald-Leiterin. Fürs Erste werden mit Erich, Felix, Dunbar und Mici nur noch vier Bären das insgesamt 24.000 Quadratmeter umfassende Gelände durchstreifen.

Kommentare