Babyboomer: Betriebe benötigen Hilfe beim Generationenwechsel
Generationenwechsel im Restaurant Görg: Vater Karl Görg (re.) übergab den Betrieb an die Söhne Stefan (li.) und Martin.
Die Babyboomer-Generation sorgt bis 2035 in Österreich für eine massive Pensionierungswelle. Damit steht auch in Tausenden Betrieben in Niederösterreich ein Generationenwechsel bevor.
Um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Betriebe vor dem Zusperren zu bewahren und wichtige Arbeitsplätze zu sichern, setzt das Land NÖ gemeinsam mit der Wirtschaftskammer und den Banken auf gezielte Unterstützung in Sachen Betriebsübergaben bzw. Unternehmensnachfolgen – insbesondere durch die NÖ Bürgschaften und Beteiligungen GmbH (NÖBEG).
WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und Johanna Mikl-Leitner.
Es geht um über 100.000 Arbeitsplätze
Niederösterreichweit stehen zwischen 2020 und 2029 mehr als 8.400 Klein- und Mittelbetriebe vor einem Generationenwechsel. "Rund 107.000 Arbeitsplätze hängen direkt von erfolgreichen Übergaben ab“, erläuterte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Zuge einer Pressekonferenz am Mittwoch.
Das Thema brennt der Politik unter den Fingernägeln, denn jede erfolgreiche Betriebsnachfolge stärkt den Wirtschaftsstandort.
Feinschmecker
Für den Termin haben sich Land NÖ und Wirtschaftskammer - vertreten durch WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker - ein Paradebeispiel ausgesucht, was einen erfolgreichen Generationenwechsel anbelangt.
Das Restaurant Görg in Eichbüchl bei Wiener Neustadt steht stellvertretend für die vielen Unternehmen, in denen die Eigentümer in Pension gehen. 1968 von den Eltern gegründet, wurde der Betrieb kürzlich in die Hände der Söhne Stefan und Martin Görg gelegt. Im Zuge der Betriebsübernahme entschieden sich die Brüder, kräftig in den Standort zu investieren.
Dafür nahmen sie auch die Fördersprechtage der Wirtschaftskammer in Anspruch. Der Totalumbau in der Größenordnung von einer Million Euro wurde auch durch eine stille Beteiligung der NÖBEG gestemmt. Seit 2001 hat die NÖBEG mehr als 330 Unternehmensübernahmen – vorwiegend in den Bereichen Handel, Gastronomie, Handwerk und Industrie – mitfinanziert.
Übergaben außerhalb der Familie
Besonders häufig seien Übergaben mittlerweile aber auch außerhalb der Familie, erklärt Mikl-Leitner. "Etwa übernehmen dann Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Betrieb.“ Der Anteil solcher Übernahmen habe sich laut KMU Forschung Austria in den vergangenen Jahren verdoppelt. "Das zeigt, wie wichtig eine professionelle Begleitung dieser Übergänge ist“, verwies Mikl-Leitner auf die Bedeutung der Beteiligungsfinanzierung NÖBEG.
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