Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Aus für Hunde-Planquadrate

Wiener Neustadt: Der Polizei fehlt die rechtliche Grundlage. Dafür kommt eine "Aktion scharf"gegen uneinsichtige Hundehalter.

Nach 22 angezeigten Hundebissen im vergangenen Jahr schrillten bei der Stadt Wiener Neustadt die Alarmglocken. Der Magistrat wollte nach dem Vorbild von Wien bei Hunde-Planquadraten mit Unterstützung der Polizei gegen uneinsichtige Tierhalter vorgehen. Der Plan ist allerdings an der Kompetenz der Polizei gescheitert. Nun will man zumindest mit einer "Light-Version" auf die schwarzen Schafe einwirken.

Anders als in Wien fehlt der Polizei in Niederösterreich die rechtliche Handhabe um an Hunde-Planquadraten in der Form mitzuwirken, wie es sich das Veterinäramt gewünscht hätte. Also bei der Kontrolle, ob Hunde auch - wie seit 2010 vorgeschrieben - gechipt sind, beziehungsweise ob Halter von Kampfhunden den erforderlichen Hundeführerschein vorweisen können. Das fällt allerdings nicht in die Zuständigkeit der Polizei. "Wir haben ein anderes Hundehaltegesetz. Wir können nur einschreiten um die Leinen- und Beißkorbpflicht zu exekutieren, oder bei der Abnahme eines Tieres unterstützen", erklärt Stadtpolizei-Kommandant, Oberstleutnant Manfred Fries.

Gesprächsgipfel

Dennoch ist sich die Polizei der Problematik bewusst und will im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Magistrat unterstützen. Aus diesem Grund wurden in den vergangenen Tagen mehrere Gespräche geführt und ein Maßnahmenpaket beschlossen. Dieses sieht eine breit angelegte Infokampagne im Herbst vor. Alle 1640 registrierten Hundehalter werden angeschrieben. 40 davon haben einen Kampfhund angemeldet. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein, vermutet man im Rathaus. "Wir werden über Rechte und Pflichten informieren und an die Vernunft appellieren", erklärt Rathaus-Sprecher Rainer Spenger. Im Oktober und November kontrolliert die Polizei im Rahmen eines Schwerpunkts verstärkt die Leinenpflicht. Darüber wird auch genaue Statistik geführt und schließlich Bilanz gezogen.

Was definitiv nicht kommt, sind Hundefreilaufzonen wie in anderen Gemeinden. Aufwand und Kosten seien zu hoch, heißt es.