Chronik Niederösterreich
06/29/2012

Aufstand gegen Mega-Wohnbau

Ein Stadtteil soll auf das Doppelte vergrößert werden. Bewohner beklagen, dass ihre Vorschläge nicht erwünscht sind.

von Gilbert Weisbier

Insgesamt 280 neue Wohneinheiten entstehen derzeit im Kremser Stadtteil Gneixendorf. Sobald die bezogen sind, wird sich die Einwohnerzahl des kleinen Stadtteils auf rund 1400 Menschen verdoppeln. Viele, die in der Gegend leben, befürchten Probleme mit Verkehr, Lärm und Infrastruktur. Sie wollen Ideen und Vorschläge beitragen. Doch angebotene Konzepte stoßen auf taube Ohren.

„Wir werden weder informiert noch beigezogen“, klagen die Obleute der Bürgerinitiative Gneixendorf und des Verschönerungs- und Dorferneuerungsvereines, Erich Steingassner und Günther Bohrn.

In einem Offenen Brief haben sie jetzt den aus ihrer Sicht unzumutbaren Zustand angeprangert. Darin zählen sie zahlreiche Gelegenheiten auf, bei denen die Stadtverwaltung in mehr als zwei Jahren Vorarbeit versäumt hat, Bürger zu informieren. „Das ist alles andere als Bürgerbeteiligung und demokratische Einbindung“, kritisieren Steingassner und Bohrn.

Stadtchefin Inge Rinke kann die Aufregung nicht verstehen: „Diese Vorwürfe haben mich betroffen gemacht. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, dass Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Gestaltung ihres Stadtteils mitwirken.“

Dagegen

ÖVP und Grüne fahren bei der Freigabe der vollflächigen Bebauung mit einem Gemeinderatsbeschluss über die Gneixendorfer drüber“, kritisiert dagegen die Stadt-SPÖ. Sie hat dem Beschluss nicht zugestimmt. „Die Bürger müssen mit starken Beeinträchtigungen rechnen. Aber ein von ihnen erarbeitetes Konzept wurde nicht berücksichtigt“, sagt SPÖ-Vizebürgermeister Reinhard Resch.

Rinke sieht ein im Gemeinderat beschlossenes Mobilitätskonzept für Gneixendorf als Chance und will die Bürger zur Mitarbeit einladen.

„Die Stadt hat einem Immobilienentwickler, wie man heute zu Spekulanten sagt, billig erworbenes Grünland umgewidmet. Jetzt fehlt das Geld für eine Anbindung an die B 37. Wen wundert es, wenn die Bevölkerung auf die Barrikaden geht“, sagt KLS-Mandatar Wolfgang Mahrer.

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