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Milliarden fürs Heer: Aufrüsten für die Kriege der Zukunft

Neue Hubschrauber, Drohnen und Panzer sollen Österreich wieder wehrfähig machen. Rüstungsdirektor Harald Vodosek erklärt den Aufrüstungsplan.
Soldat mit Feldstecher sitzt auf einem Panzer

Neue Hubschrauber, Transportflugzeuge, Panzer, Drohnen, Flugabwehrlenkwaffen, Kommunikationssysteme und Hunderte Millionen Euro für die Infrastruktur – das österreichische Bundesheer rüstet massiv auf.

Die Republik soll wehrfähig werden. Einer, der beim Aufbauplan 2032+ eine maßgebliche Rolle spielt, ist Rüstungsdirektor Harald Vodosek. Der Generalleutnant war nun in der Interview-Reihe „Sicher. Niederösterreich“, die in Kooperation mit dem KURIER stattfindet, zu Gast und gab gemeinsam mit dem NÖ Militärkommandanten Georg Härtinger Einblicke, wie sich die Armee auf neue Bedrohungen vorbereitet.

Es gehe, so Vodosek, längst nicht mehr um das klassische Szenario rollender Panzerkolonnen an den Grenzen. Österreich müsse sich auf Angriffe in fünf Dimensionen vorbereiten: im Weltraum, in der Luft, am Boden sowie im Cyber- und Informationsraum.

Milliarden fürs Heer

Seit 2020 wächst das Verteidigungsbudget kontinuierlich – wenn auch langsamer, als es sich die Heeresspitze wünschen würde. Bis 2026 stehen insgesamt rund 26 Milliarden Euro zur Verfügung. Ein erheblicher Teil davon fließt in Investitionen. Beschaffungsverträge im Umfang von rund zehn Milliarden Euro wurden bereits abgeschlossen.

Besonders wichtig sei die Digitalisierung. Künftig sollen Befehle und Lagebilder nahezu in Echtzeit zwischen den Kommanden ausgetauscht werden. Künstliche Intelligenz kommt dabei bereits zum Einsatz – allerdings nicht als eigenständiges Waffensystem.

„Wir kaufen keine KI“, betont Vodosek. Vielmehr würden KI-gestützte Anwendungen genutzt, um große Datenmengen auszuwerten, Bedrohungen schneller zu erkennen und Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Den größten Umbruch sieht der Rüstungsdirektor bei Drohnen. Das Heer setzt zwar bereits seit rund zehn Jahren unbemannte Systeme ein, doch die Entwicklung verläuft derzeit rasant.

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Vodosek (re.) und Härtinger im großen Interview.

Kleine Aufklärungsdrohnen gehören inzwischen zur Standardausrüstung der Truppe. Parallel arbeitet das Heer an größeren Systemen mit deutlich längerer Flugdauer und höherer Nutzlast. Diese könnten künftig sowohl zur Aufklärung als auch bewaffnet eingesetzt werden.

Gleichzeitig wächst der Bedarf an Schutzmaßnahmen. Die Erfahrungen aus der Ukraine hätten gezeigt, wie verwundbar selbst moderne Kampfpanzer durch Drohnenangriffe geworden seien. Deshalb investiere das Heer auch in elektronische Abwehrsysteme und Schutzkonzepte gegen Drohnenschwärme.

Neben der militärischen Modernisierung verfolgt das Verteidigungsressort auch wirtschaftspolitische Ziele. Rund 70 Prozent der Wertschöpfung der bisherigen Beschaffungen seien bereits in Österreich geblieben.

Neue Trainingsanlagen

Langfristig soll dieser Anteil weiter steigen. „Unser Ziel ist eine möglichst versorgungssichere, technologisch leistungsfähige Industrie in Österreich“, sagt Vodosek. Das stärke nicht nur die heimische Wirtschaft, sondern erhöhe auch die Unabhängigkeit bei sicherheitsrelevanten Technologien.

Ein erheblicher Teil der neuen Ausrüstung wird in NÖ stationiert. Härtinger verweist auf die strategische Bedeutung des Bundeslandes mit seinen Verkehrsachsen, kritischen Infrastrukturen und zahlreichen Kasernen.

Mit der neuen Ausrüstung wächst allerdings auch der Bedarf an moderner Infrastruktur und Ausbildung. Kasernen müssten erweitert und neue Trainingsanlagen geschaffen werden.

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