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Niederösterreich/Tirol
05/30/2014

Asyl: Tirol entlastet Traiskirchen

Das Asyl-Erstaufnahmezentrum platz aus allen Nähten. Bund übernimmt „Bürglkopf“.

von Christian Willim

Am 1. Juli geht die Leiterin des Flüchtlingsheim Bürglkopf in Fieberbrunn in Pension. Damit sollte auch die Ära dieser Einrichtung im Tiroler Unterland zu Ende gehen. Doch nun wird das Quartier von einer einer Landes- in eine Bundesunterbringung umgewandelt. Das Innenministerium will damit das stark überbelegte Asyl-Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen entlasten. Dort waren zuletzt 1100 statt der vorgesehenen 480 Flüchtlinge untergebracht.

Fieberbrunn soll dazu dienen, „den vom Bürgerkrieg und der Flucht traumatisierten Menschen aus Syrien einen Platz zum Ankommen zur Verfügung zu stellen“, erklärt Tirols Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne). Geführt werde das Heim künftig vom Bund. Die Übergabe erfolge „Zug um Zug“ erfolgen. Denn die jetzt in dem Quartier lebenden Flüchtlinge müssen erst auf andere Unterkünfte in Tirol aufgeteilt werden.

Baur hatte stets die Abgeschiedenheit des Heims, dass rund acht Kilometer vom Ortszentrum am Berg liegt, kritisiert. „Mein Haupteinwand war, dass es für einen längeren Aufenthalt ungeeignet ist.“ Sie habe aber einerseits keinen Einfluss darauf, was der Bund macht. „Es gibt allerdings auch eine Not- und Drucksituation. Und da ist diese Lösung auf jeden Fall besser, als die Menschen woanders in überbelegten Zimmern unterzubringen“, sagt die Landesrätin. Das Innenministerium sehe zudem nur eine geringe Aufenthaltsdauer von etwa einem Monat vor.

Folgenreicher Krieg

Der Bürgerkrieg in Syrien lässt den Strom der Flüchtlinge laut Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) weiter ansteigen. Für Mai werden derzeit rund 1750 Asylanträge erwartet. Das ist eine Steigerung von 31 Prozent gegenüber dem April. Sie zeigt sich davon überzeugt dass auch andere Bundesländer hochaktiv daran arbeiten, Unterbringungen vor allem für syrische Flüchtlinge zu organisieren.

Wie schwierig das ist, hat zuletzt Baur erfahren müssen. Ein in Gries am Brenner geplantes Flüchtlingsheim ließ die Wogen in dem Ort hochgehen. Tirol gehört bei der Erfüllung der Flüchtlingsquote mit 82 Prozent zu den Schlusslichtern. Die Landesrätin ist überzeugt, dass diese auf die gewünschten 88 Prozent erhöht werden kann.