Arzt nicht mehr erreichbar

Die Versorgung mit<br />
Telefon- und Funkanschlüssen hinkt im<br />
ländlichen Raum noch deutlich hinterher. Dagehen wird mobil gemacht
Foto: Wessig Michael

Verbindungsprobleme: Ein Gemeindearzt in Niederösterreich sitzt bald in einem Funkloch und ist nur mit viel Glück erreichbar.

Im Jahr 2011 gibt es überall in Österreich einen halbwegs guten Handyempfang oder zumindest einen Telefonanschluss. Sollte man meinen. Doch weit gefehlt - ein Teil der Buckligen Welt im südlichen Niederösterreich ist eines jener unterversorgten Gebiete, in dem der Satz "Kein Anschluss unter dieser Nummer" vorherrschend ist. Dramatisch wird die Lage dann, wenn selbst der diensthabende Gemeindearzt trotz Ärzte-Rufbereitschaft nur noch durch einen glücklichen Zufall telefonisch erreichbar ist.

Dieses Szenario steht den Patienten in der Region demnächst ins Haus, sagen der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Hans Rädler und die Bürgermeister und schlagen Alarm. Das hügelige Gebiet ist von Funklöchern übersät, wodurch die Mobiltelefone großteils lahmgelegt sind. Hinzu kommt, dass Häuslbauer nur bedingt und auf Nachdruck neue Festnetzanschlüsse bekommen - ganz zu schweigen von Breitband-Verbindungen.

Geldfrage

Die Versorgung mit<br />
Telefon- und Funkanschlüssen hinkt im<br />
ländlichen Raum noch deutlich hinterher. Dagehen wird mobil gemacht Foto: Wessig Michael Die Versorgung mit
Telefon- und Funkanschlüssen hinkt im
ländlichen Raum noch deutlich hinterher. Dagehen wird mobil gemacht

Trotz der gesetzlichen Verpflichtung, eine Grundversorgung bereitzustellen, würden die Anbieter wegen der hohen Aufschließungskosten auf Zeit spielen. "Und das auf Kosten der Bevölkerung", sagt Rädler. Denn nun droht in der Region neues Ungemach. Ausgerechnet der Neubau des Gemeindearztes Christoph Wanke-Jellinek, den er in einigen Monaten beziehen will, liegt in einer unterversorgten Gegend in Bromberg. Laut Bürgermeister Franz Fahrner gibt es dort zurzeit keinen Festnetzanschluss.

"Ich habe genau an einer Stelle am Waldrand einen Handyempfang. Es ist daher ziemlich sicher, dass ich den Großteil der Zeit nicht am Mobiltelefon erreichbar bin", sagt Doktor Wanke-Jellinek. Dies sei nicht nur ein technisches, sondern ein ernst zu nehmendes medizinisches Problem. Eines, das man bereits seit Jahren in der Region kennt: "In meiner Ordination in der Gemeinde Lichtenegg habe ich auch nur an einer Stelle einen Handyempfang. Dort habe ich aber zum Glück eine Festnetzleitung", sagt der Mediziner.
Rädler stellt aufgrund der Unterversorgung nun eine parlamentarische Anfrage an die zuständige Ministerin Doris Bures.

(kurier / Patrick Wammerl und Michael Berger) Erstellt am
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