© Stadtgemeinde Schrems

Nach Einsturz
08/05/2016

Archäologen bestätigen: Gewölbe war kein Steinzeit-Grab

Nach dem kontrollierten Einsturz in Schrems kritisierten mehrere Bewohner die Vorgehensweise.

von Jürgen Zahrl

Seit Gemeindearbeiter in Schrems im Bezirk Gmünd ein bekanntes Steingewölbe im Stadtpark kontrolliert einstürzen ließen, will die Kritik mehrerer Bewohner nicht verstummen. Während die einen von der Zerstörung eines 4000 Jahre alten Kulturguts sprechen, will Bürgermeister Karl Harrer nur von einem alten Kellergewölbe aus den 1960-er Jahren wissen. Auch die Archäologen des Bundesdenkmalamts (BDA) sind nach einer Prüfung vor Ort überzeugt, dass es sich dabei um kein steinzeitliches Grab handelt, erklärt Experte Martin Krenn dem KURIER.

Nachbildung

"Das Gewölbe in Schrems ist eine Nachbildung, die bei der Gartengestaltung im 20. Jahrhundert als dekoratives Element regelmäßig zum Einsatz kam", sagt Krenn und glaubt: Als vor mehreren Jahren das Thema "Mystisches Waldviertel" touristisch breit vermarktet wurde, hätte man wichtige und weniger wichtige Steinobjekte einfach unter einem Begriff zusammengefasst. "Für steinzeitliche Kultstätten ist das Waldviertel aber der falsche Kulturraum. Originale sind hauptsächlich in Nordeuropa zu finden", sagt Krenn. So ist aus seiner Sicht auch die Steinpyramide bei Schloss Rosenau nahe Zwettl nur eine Nachbildung aus dem 19. Jahrhundert.

Wie berichtet, hatte der Schremser Stadtchef Harrer angeordnet, das statisch instabile Gewölbe kontrolliert einstürzen zu lassen. Ein Wiederaufbau sei angedacht, hat er angekündigt.

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