Arbeitsmarkt NÖ: Allzeithoch der erwerbstätigen Frauen

Noch nie gab es so viele Frauen in Niederösterreich, die einer unselbstständigen Beschäftigung nachgingen, wie 2025. Grund ist die Erhöhung des Pensionsantrittsalters.
Woman on a video call in the office

Es ist ein neuer Höchststand - vergangenes Jahr konnten knapp 296.000 unselbständige Beschäftigungsverhältnisse bei Niederösterreichs Frauen nachgewiesen werden. Das ergibt eine Erhöhung von beinahe 16 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008, dem Zeitpunkt der letzten Datenerhebung. 

Laut Sandra Kern, Landesgeschäftsführerin des AMS Niederösterreich, die sich mit ihrem Team in der aktuellen Ausgabe von "Fokus Arbeitsmarkt" mit Frauen in Niederösterreichs Erwerbslandschaft auseinandersetzt, sei das bereits auf die schrittweise Erhöhung des Pensionsantrittsalters zurückzuführen. 

Alter der Erwerbstätigen steigt

Seit dem 1. Jänner 2024 steigt das Regelpensionsalter für Frauen schrittweise auf 65 Jahre an. Das spiegelt sich auch in den Erwerbsquoten wider. Momentan ist die höchste Anzahl an unselbständigen weiblichen Beschäftigten in der Altersgruppe von 55 bis 59 Jahren zu finden. 

Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Erwerbsquote von Frauen zwischen 60 und 64 Jahren aber bereits um acht Prozentpunkte gestiegen. Generell hat sich die Beschäftigung der Altersgruppe ab 50 Jahren binnen der letzten eineinhalb Dekaden mehr als verdoppelt. 

"In den nächsten Jahren ist laut jüngsten Prognosen von Statistik Austria, für NÖ in der Altersgruppe 60-64 Jahren, eine Erwerbsquote von 38 Prozent erwartbar."

 

 

von Sandra Kern

AMS Niederösterreich Landesgeschäftsführerin

Teilzeitarbeit als häufigstes Modell

Das häufigste Arbeitsmodell unter Niederösterreichs Frauen ist die Teilzeitarbeit. Neben der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen ist auch der Mangel an Vollzeitstellen ein wesentlicher Grund dafür. Im Jahresdurchschnitt 2024 arbeiteten mehr als die Hälfte aller Niederösterreicherinnen in Teilzeit. 

Somit machen Frauen 80 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten in Niederösterreich aus - das sind mehr als in der Bundeshauptstadt Wien (69 Prozent). Tätig sind Niederösterreichs Frauen vor allem in der öffentlichen Verwaltung, im Handel oder im Gesundheits- und Sozialwesen.

Frauenanteil der Arbeitslosen stabil

Seit 2005 ist die Arbeitslosigkeit von Frauen um 12,6 Prozent gestiegen. Ein Blick auf den Frauenanteil aller Arbeitslosen zeigt hingegen, dass dieser in den letzten Jahren relativ stabil geblieben ist. Der größte Zuwachs zeigt sich bei den Frauen über 50, insbesondere in der Altersgruppe von 55 bis 59 Jahren. Deutlich reduziert werden konnte allerdings der Anteil der Langzeitarbeitslosigkeit unter den Frauen.

Niederösterreicherinnen, die einer unselbstständigen Beschäftigung nachgehen, verdienen im Bundesländervergleich außerdem am zweitmeisten. Mit einem mittleren Bruttoeinkommen von 33.219 Euro befinden sie sich nur knapp hinter den Spitzenreiterinnen aus dem Burgenland

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