Arbeitslosigkeit steigt: 66.000 Niederösterreicher suchen einen Job
Symbolbild.
Die Situation am niederösterreichischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Ende Februar waren landesweit 66.055 Menschen auf Jobsuche oder in einer Schulung - das sind um 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein etwas geringerer Anstieg als im Jänner. Die Arbeitslosenquote liegt mit acht Prozent ganz knapp unter dem Österreich-Durchschnitt von 8,3 Prozent.
Weniger Beschäftigte
Vor allem in der Baubranche und in der Warenherstellung wurde ein kräftiges Plus an Arbeitslosen verzeichnet. Der Bestand an unselbstständig Beschäftigten liegt Ende Februar bei geschätzten 640.000 Personen in Niederösterreich. Davon waren 292.000 Frauen (+0,1%) und 348.000 Männer (-0,8%). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein rückläufiges Niveau (-0,4%).
Die Zahl der Arbeitslosen hat stärker bei Frauen (+8,3% bzw. +1.738) als bei Männern (+4,5% bzw. +1.407) zugenommen. Bei den über 50-Jährigen liegt die Steigerung bei 7,1 Prozent, bei Personen im Haupterwerbsalter bei 5,2 Prozent. Auffällig: Jugendliche (bis 24 Jahre) sind mit einem Plus von 7,1 Prozent gleich stark betroffen wie ältere Niederösterreicher.
Ältere Frauen stärker betroffen
Sandra Kern, Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ, erklärt: "Die schrittweise Erhöhung des Pensionsantrittsalters von Frauen führt neben höheren Beschäftigungszahlen auch dazu, dass sich mehr ältere Frauen in Arbeitslosigkeit befinden. In der Altersgruppe ab 60 sind aktuell rund 1.343 Frauen betroffen und damit um 420 mehr als vor einem Jahr."
Sie halte es daher für "essenziell, Frauen bis zum Pensionsantritt in Beschäftigung zu halten bzw. beim Wiedereinstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Solange eine Gleichstellung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt nicht erreicht ist, werden wir im AMS Niederösterreich weiterhin mehr als die Hälfte des Budgets für aktive Arbeitsmarktpolitik für Frauen reservieren.“
Überproportional stark steigt die Arbeitslosigkeit nach Branchen in der Warenherstellung (+11,8%), im Gesundheits- und Sozialwesen (+11,7%) und in der öffentlichen Verwaltung (+8,7%), deutlich geringer im Handel (+5,2%) und in der Beherbergung/Gastronomie (+0,1%). Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz: "Die gesamtwirtschaftliche Lage bleibt sehr angespannt. Zwar konnten im heurigen Jahr bereits 12.375 offene Stellen mit einer geeigneten Arbeitskraft besetzt werden, aber wir müssen unsere Anstrengungen erhöhen."
Ausbildung ist wichtigster Faktor
Das Land Niederösterreich setze daher auf Qualifizierungs-, Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen, gerade bei jungen Menschen: "So werden Beschäftigte gezielt unterstützt, neue berufliche Wege einzuschlagen, ihre Fähigkeiten auszubauen und ihre Zukunftsperspektiven nachhaltig zu verbessern. Denn der Schlüssel für einen adäquaten Arbeitsplatz ist und bleibt eine fundierte Aus- und Weiterbildung.“
Aktuell sind 11.324 freie Stellen beim AMS NÖ gemeldet, das sind um 16 Prozent weniger als im Februar des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt zeigt sich mit insgesamt 1.001 offenen Lehrstellen ein Rückgang um 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahl der offenen Stellen geht in fast allen Branchen zurück. Stark im Bereich der öffentlichen Verwaltung (-30,4%), oder im Handel (-14,5%).
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