Flughafen Wien: Starkes operatives Jahr und Passagierrekord

Der Flughafen Wien steigerte im Vorjahr seinen Umsatz um 7,2 Prozent auf 1,128 Milliarden Euro.
Flughafen Wien: Starkes operatives Jahr und Passagierrekord

Der Flughafen Wien hat im Geschäftsjahr 2025 operativ deutlich zugelegt und seine wirtschaftliche Robustheit unter Beweis gestellt. Getragen von einem anhaltend hohen Passagieraufkommen, steigenden Erlösen im Non‑Aviation‑Geschäft sowie einer starken Entwicklung internationaler Beteiligungen erzielte die Flughafen‑Wien‑Gruppe ein Umsatzplus von 7,2 Prozent auf 1,128 Milliarden Euro. Eine einmalige Wertberichtigung im Zusammenhang mit dem Projekt der dritten Piste belastete jedoch das Ergebnis mit 55,9 Millionen Euro.

Diese Sondereffekte führten dazu, dass das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 6,8 Prozent auf 412,4 Millionen Euro und das EBIT um 8,7 Prozent auf 279,5 Millionen Euro zurückgingen. Das Periodenergebnis verringerte sich auf 210,1 Millionen Euro, nach 239,5 Millionen Euro im Vorjahr. Nach Angaben des Unternehmens konnte rund die Hälfte des negativen Effekts aus der Wertberichtigung durch die gute operative Entwicklung kompensiert werden – ein Indiz für die Ertragskraft des laufenden Geschäfts.

Trotz der Ergebnisdämpfung schlägt der Vorstand der Hauptversammlung eine unveränderte Dividende von 1,65 Euro je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote liegt damit bei rund 75 Prozent, die Dividendenrendite bei etwa drei Prozent. Auch die Beschäftigten profitieren über die Belegschaftsbeteiligungsstiftung, die zehn Prozent der Aktien hält.

Wachstum in allen Geschäftsbereichen

Operativ entwickelte sich das Geschäft in allen Segmenten positiv. Das Airport‑Segment profitierte von der hohen Verkehrsdynamik und Tarifanpassungen, während Handling‑ und Sicherheitsdienstleistungen insbesondere durch ein starkes Frachtaufkommen zulegten. Im Bereich Retail & Properties stiegen die Erlöse mit dem Passagierwachstum, vor allem durch höhere Umsätze aus Shopping, Gastronomie, Lounges und Parken.

Besonders dynamisch präsentierte sich erneut der Standort Malta. Die Beteiligung entwickelte sich sowohl verkehrs- als auch ergebnisseitig stark und leistete einen wesentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Insgesamt bestätigte sich damit die breite Ertragsbasis der Flughafen‑Wien‑Gruppe.

Rekordpassagiere und verhaltener Ausblick

Am Standort Wien verzeichnete der Flughafen 2025 mit 32,6 Millionen Reisenden ein neues Rekordniveau. Für 2026 fällt der Ausblick vorsichtiger aus: Erwartet werden rund 30 Millionen Passagiere in Wien und etwa 41,5 Millionen Reisende in der gesamten Gruppe. Gründe dafür sind unter anderem tarifliche Anpassungen sowie ein insgesamt herausfordernderes regulatorisches Umfeld in Europa.

Finanziell rechnet der Flughafen Wien für 2026 dennoch mit Stabilität. Der Umsatz soll bei rund 1,05 Milliarden Euro liegen, das EBITDA bei etwa 415 Millionen Euro und das Periodenergebnis vor Minderheiten erneut bei rund 210 Millionen Euro. Voraussetzung dafür ist, dass es zu keinen größeren geopolitischen Verwerfungen oder zusätzlichen Verkehrsbeschränkungen kommt.

Massive Investitionen in Infrastruktur und Qualität

Parallel zur operativen Stabilität treibt der Flughafen Wien den Ausbau seiner Infrastruktur mit hohem Tempo voran. Nach Investitionen von 281 Millionen Euro im Jahr 2025 plant das Unternehmen für 2026 Rekordinvestitionen von rund 330 Millionen Euro. Am Standort Wien werden diese zur Gänze aus Eigenmitteln finanziert.

Im Mittelpunkt steht die Terminal‑3‑Süderweiterung, die im zweiten Quartal 2027 in Betrieb gehen soll. Auf rund 70.000 Quadratmetern entstehen zusätzliche Shopping‑ und Gastronomieflächen, neue Lounges, Bus‑Gates sowie eine zentrale Sicherheitskontrolle. Ergänzend wird der Pier Nord um zusätzliche Gates für Großraumflugzeuge erweitert. Bereits bis Sommer 2026 sollen zudem alle Sicherheitskontrollen mit modernen CT‑Scannern ausgestattet sein.

Regulierung als Standortnachteil

Vorstand Günther Ofner kritisiert in diesem Zusammenhang die aus seiner Sicht wachstumshemmende Regulierung in Europa. Während der globale Luftverkehr deutlich zulege, ziehe Europa die „regulatorische Handbremse“ und belaste die Branche mit zusätzlichen Kosten. Er fordert daher eine rasche Korrektur auf EU‑Ebene sowie in Österreich schnellere Genehmigungsverfahren und eine Reduktion der Flugabgabe.

AirportCity als Wachstumstreiber

Auch abseits des Flugbetriebs wächst der Standort weiter. Die AirportCity konnte 2025 zahlreiche neue Betriebe anziehen, für 2026 sind weitere Ansiedlungen geplant, darunter mehrere Unternehmen aus dem Space‑Tech‑Bereich im „VIE Space Hub“. Zusätzliche Kapazitäten schafft der Office Park 4 NEXT, der ab 2028 neue Büro‑ und Konferenzflächen bieten soll. Mit mehr als 23.500 Beschäftigten ist der Flughafen Wien bereits heute der größte Arbeitgeber der Ostregion.

Qualitätsführer mit langfristiger Perspektive

Der Flughafen Wien zählt weiterhin zu den führenden Qualitäts‑Hubs Europas und wurde mehrfach international ausgezeichnet. Mit dem laufenden Ausbau der Infrastruktur, Investitionen in Servicequalität und einer klaren Wachstumsstrategie bereitet sich das Unternehmen auf sein langfristiges Ziel vor: Bis 2035 sollen am Standort Wien rund 40 Millionen Passagiere abgefertigt werden.

Kommentare