Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Anrainer wollen Mauthausener Straße sperren

Bewohner der täglich von einer Blechschlange durchschnittenen Orte werden wieder für die geplante Umfahrung auf die Barrikaden steigen.

Das Pflaster der Mauthausener Bundesstraße, B123, im Enns-Donauwinkel wird noch heißer als es schon ist. Bewohner der täglich von einer Blechschlange durchschnittenen Orte Windpassing und Pyburg (Bezirk Amstetten) werden wieder für die lang geplante Umfahrung auf die Barrikaden steigen. Bis Dezember wollen sie monatlich einmal aus Protest die überlastete B 123 sperren. Der erste Coup soll am 28. August für vier Stunden zwischen 15 und 19 Uhr steigen.

"Es reicht, wir lassen uns nicht wieder auf Jahre pflanzen", sagt Herbert Pühringer, ein Anrainer in Windpassing. Er ist Mitglied eines Komitees, das um den Baustart der Umfahrung und um Lärmschutz zum benachbarten Wirtschaftspark Ennsdorf am Hafen kämpft. Immer wieder sei man von Vertretern des Landes NÖ vertröstet worden.

Ausstehende Entscheide des Verwaltungsgerichtshofs in Einspruchsverfahren würden das Land Niederösterreich bei einem Baustart blockieren, hatte zuletzt VP-Abgeordnete Michaela Hinterholzer berichtet.

Planungen

Das will Pühringer nicht glauben. Vom Höchstgericht seien bereits mehrfach Einwendungen von zu enteignenden Grundbesitzern abgewiesen worden, also würden auch die noch ausstehenden Entscheide für die Umfahrung ausfallen. "Aber das Land hat selbst die Planungen noch gar nicht fertig", sagt Pühringer.

Das bestätigt und verteidigt der Amstettener Straßenbauhofrat Franz Stiedl auch. "Es wäre unverantwortlich eine teure Endplanung trotz noch ausstehender Gerichtsurteile zu beauftragen. Wenn das Projekt kippt, müssten wird alles wegwerfen und würden erst recht beschimpft. Aber wir befinden uns auf der Zielgeraden", erklärt Stidl.