Chronik | Niederösterreich
03.10.2017

Anpfiff zu einer neuen Fußball-Ära

Acht Jahre nach Stronachs gescheitertem Projekt bekommt Wiener Neustadt ein neues Stadion.

Milliardär Frank Stronach hatte bekanntlich einen Faible für Fußballstadien. Schon 2009 wollte er dem damaligen Zweitligisten "Magna Wiener Neustadt" eine neue Fußballarena im Stil der großen Spielstätten schenken. Der Traum ist ebenso wie Stronachs Engagement bei dem Verein zerplatzt wie eine Seifenblase. Acht Jahre später kommt nun das neue, bundesligataugliche Fußballstadion doch.

Am Montag hat die Stadt Wiener Neustadt eine richtungsweisende Entscheidung für das lang ersehnte Projekt bekannt gegeben. Mit dem Verkauf des 5,3 Hektar großen, alten Stadionareals für ein riesiges Wohnbauprojekt inmitten der Stadt, bekommt die Gemeinde genügend Geld, um den Neubau zu finanzieren. Wie Bürgermeister Klaus Schneeberger bekannt gab, hat sich das Konsortium aus den beiden gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften "EGW" und "Heimat Österreich" zum Schluss als Sieger gegen drei andere Interessenten im Bieterverfahren durchgesetzt. Der Erlös von 10,65 Millionen Euro, den die Stadt für den Verkauf des Grundstücks bekommt, liegt über dem von Sachverständigen festgestellten Verkehrswert.

Auf dem alten Stadionareal werden in drei Abschnitten etwa 500 Miet- und Eigentumswohnungen gebaut. "Durch die zentrale Lage des Wohnquartiers in der Stadt, möchten wir dem Fahrrad einen hohen Stellenwert geben und die Verwendung des Rades möglichst einfach und attraktiv gestalten", erklärten Fritz Kittel und Otto Straka, die Direktoren der beiden Wohnbaugenossenschaften. Bedarf für die Wohnungen gäbe es genug. Wiener Neustadt ist laut Schneeberger die prozentuell am stärksten wachsende Stadt Niederösterreichs – mit 700 neuen Einwohnern pro Jahr.

Förderung

Das neue Stadion wird zu einem Drittel vom Land NÖ gefördert und im Stadtteil Civitas Nova neben dem Arena Nova-Messeareal errichtet. Da der SC Wiener Neustadt derzeit in der Erste Liga das Maß aller Dinge ist, sieht es mit einem Comeback in der Bundesliga gar nicht so schlecht aus. Daher wird das neue Stadion nach den Vorgaben der obersten Klasse für mindestens 5000 Besucher konzipiert. Bleibt der Verein in der zweiten Spielklasse wird die Arena zunächst kleiner gebaut, mit der Option, die Tribünen modulartig zu vergrößern. Das Stadion bekommt eine Flutlichtanlage, beheizten Naturrasen sowie Trainingsfelder – eines davon mit Kunstrasen. Ende des Jahres soll ein Generalunternehmer für den Bau gefunden sein. Der Spielbetrieb im neuen Stadion soll 2019 starten.